Winzige Produktion von gerade einmal rund 5.000 Flaschen – wie immer extrem rar und entsprechend begehrt. Sehr früher Lesestart Ende August, verteilt über mehrere Durchgänge bis Anfang September, Cabernet Franc Mitte September. Ausbau mit hohem Neuholzanteil um 65%, was dem Wein zusätzliche Struktur und Tiefe gibt. In der Nase absolut beeindruckend. Eine unglaubliche Reife, satt und tief, gleichzeitig aber getragen von einer bemerkenswerten Frische – genau dieses Spannungsfeld macht den Wein so besonders. Reife Merlot-Frucht steht klar im Vordergrund: schwarze Kirsche, dunkle Beeren, dazu feine Cassis-Einschübe. Der Cabernet Franc bringt sofort Kühle und Energie hinein. Dazu kommt diese unglaublich elegante, eher weiß-trüffelige Erdigkeit – subtil, nobel, nie schwer. Die Kombination aus dunkler Frucht, feiner Trüffelwürze und kühler Frische ist wirklich faszinierend. Mit Luft öffnen sich zusätzliche rote Nuancen, etwas rote Johannisbeere, die das Bild weiter auffächern. Keine Spur von Überreife, keine Unreife – einfach perfekte Balance. Am Gaumen dann saftig und gleichzeitig straff geführt. Die Frucht bleibt reif, aber klar und fokussiert, dazu eine feine salzige Mineralität. Die Tannine sind sehr fein, fast pudrig, perfekt integriert, geben Struktur ohne jede Härte. Alles wirkt geschliffen, ruhig und in sich vollkommen stimmig. Im Nachhall dann wieder diese feine Würze, etwas Kakao, ein Hauch Trüffel und eine lange, salzige Frische, die stehen bleibt. Ein extrem präziser, eleganter La Petite Église mit dieser seltenen Kombination aus Reife und Frische. Kein opulenter Block, sondern ein fein ziselierter Pomerol mit großer Harmonie und Tiefe. Ein echtes Kleinod in dieser winzigen Menge. Großes Kino und einer der leckersten Weine des Jahrgangs, eine wahre Delikatesse!