Lobenberg: Die Village-Wein Kategorie ist für Johannes Jülg, der Weinberge in Frankreich hat und als direkter Nachbar zum Elsass natürlich sehr frankophil denkt, immer besonders wichtig und spannend. Er schiebt richtig viel Dampf in die Ortsweine, hier gibt es keine seichten Weinchen. Eine Mischung aus französischen und deutschen Klonen. Vollständig entrappt, aber mit viel Pigeage, also Unterstoßen, weil für Johannes Jülg Struktur und Tannin schon Kernelemente sind. Er sucht aber eine andere Herangehensweise, bringt das Tannin durch die Kerne und durch etwas erhöhte Neuholzanteile. Alles komplett im Barrique ausgebaut. Rappen sind nicht sein Ding, er will die pure Beerigkeit und den Sexappeal behalten. Die Spätburgunder bleiben lange ungeschwefelt in den überwiegend gebrauchten Barriques. Sehr feine kirschige Nase, als 2021er voll auf schlanker Sauerkirschfrucht laufend. Dazu rote und blaue Beeren, schöne Blumigkeit, Veilchen, roter Weinbergpfirsich. Der Mund hat schon ordentlich Struktur, aber es ist eben ganz seidiges, süßes Tannin. Sehr geschliffen mit feinziseliertem Säurekern. Verspielt, charmant, was für ein schicker Südpfälzer, aber mit Dampf und gutem Schub. 93+/100