Die Parzellen im Kirchberg liegen etwas weiter unten als die des Spätburgunders, sind dennoch kühler exponiert. Hier haben wir helles Vulkangestein aber auch etwas Kalk. Ausbau im Barrique und in 350 Liter Fässern. Kurze Maischestandzeit, dann komplett spontan vergoren und auf der Vollhefe ausgebaut im Barrique für ein Jahr. Danach Abstich auf die Feinhefe im Edelstahl. Frische, kühle Reduktion mit perfekt verwobenem Holz. Feuerstein und Limettenzeste in der Nase, Zitronengras, Melisse, Quittenschale, schlanke Mirabelle. Großrahmige, aber zugleich kreidig-strukturierte, geschliffene Nase. Ein bisschen salzige Meeresbrise in der auch etwas Wildheit mitschwingt. Geradeauslaufens und zupackend in der kargen, leicht wilden Dramatik des Jahrgangs. Schöner Druck in der Mitte, kompromisslos kalkig und salzig texturiert, nur ganz dezent feine gelbe Frucht mit grünlichen Reflexen. Grüne Birne, Quitte, Fleur de Sel, mit schöner Spannung aus der grünen Kräuterfrische. Sehr schick und lang, die dezente Phenolstruktur zieht an den Backen. Druck und Intensität, aber dennoch mit Friedrich Kellers Handschrift, die ganz eindeutig Spannung über Kraft setzt. Friedrich feilt kontinuierlich an der Stilistik, es wird von Jahr zu Jahr charaktervoller, griffiger, feiner und präziser. Das ist für mich jetzt schon weit oben angekommen, sehr stark!