Le Grand Courtil kommt aufgrund seines anderen Terroirs erwachsener und gleichzeitig deutlich feiner rüber als der Pichères, den es seit 2023 auch gar nicht mehr gibt in der Parcellaire-Range. Der Grand Courtil wächst auf Sedimentböden mit Galets Roulés, wie in Châteauneuf du Pape, Westhang mit alten, über 50 Jahre alten Reben – das bringt eine wunderbar konzentrierte Himbeere. Dass das Terroir Châteauneuf ähnelt ist wirklich witzig, denn vom Charakter ist dieser Syrah eher das Gegenteil. Es ist immer mit der straffste und saftigste, auch kühlste Wein unter den Crozes. Hauchfeine Schwarzkirsche mit Sauerkirsche und zerstoßenen Muschelschalen. Sehr versammelter, dichter und rassig-frischer Mundeintritt. Die pikante Säurespur treibt den Wein mittig über die Zunge, Piment, Blutorange. Ein wunderbar komplexes Aromenspiel, 2024 hat so viel zu bieten. Selbst mit dieser Fassprobe könnte ich mich zwanzig Minuten beschäftigen und immer wieder neue Nuancen entdecken. So monolitisch der Antritt ist, so weit aufgefächert sind die Aromen und Texturen. Das ist wirklich grandioser Stoff und ein veritabler Nachfolger des großen 2010 für mich. Fast schon ein richtig großer Wein und mit das Beste, was Crozes Hermitage zeigen kann! *** Der Lieu-dit Le Grand Courtil wurde 1971 von Michel Ferraton persönlich gepflanzt. Es ist eine Hanglage mit 15 Grad Neigung und einer Exposition nach Südwesten. Sie umfasst nur einen halben Hektar. Es sind die höhergelegenen Parzellen von Ferraton in Crozes-Hermitage. 100 Prozent Syrah auf Sedimentgestein, Kalk und Kieseln. Die Methode Ferraton folgt im Grunde immer einem ähnlichen Schema: Biodynamie in den Weinbergen mit sehr viel Handarbeit aufgrund des hohen Anteils an Steillagen. Für die Signature-Linie werden gekonnte Assemblages von den besten Parzellen zusammengeführt. Meist werden gewisse Anteile an Ganztrauben mitvergoren, wenn es die Lagen und der Jahrgang zulassen, so wie es passt. Die Signature-Linie steht für das Savoire-Faire des Hauses. Bei der Parcellaire-Linie hingegen werden nur Einzellagen abgefüllt, sowie alles vor der Gärung komplett entrappt, weil Winemaker Damien Brisset keinerlei Einfluss nehmen möchte, nur das Terroir soll sich unverändert ausdrücken. Vergoren wird spontan im Beton. Danach wird ganz sanft abgepresst, überwiegend nur der Free Run Juice verwendet. Die Vinifkation erfolgt seit 2022 vollständig ohne Schwefelzugabe. Der Ausbau geschieht in Barriques und Demi-muids, sowie Stückfässern. Die Neuholzanteile sind stets gering, meist um 10 bis 20 Prozent.,