Der Lieu-dit Patou ist Teil des Cornas-Bergs – von vielen wird die Appellation als der wahre Gegenspieler des Hermitage gesehen. Wir haben hier Granitböden und ein bisschen Sedimentgestein in der Mitte des Hangs, reine Südexposition. Steillagen auf den unteren Hängen, an der Grenze zu Saint-Péray gelegen. Im Gegensatz zu Saint-Joseph hat man in Cornas noch länger Sonne am Tag. Cornas geht daher immer deutlich mehr in die schwarze Frucht als die zur roten Frucht tendierenden Saint-Josephs. Ferraton hat diese Lage nicht im Eigenbesitz, es ist ein langjähriger Pachtvertrag. 8.000 Reben pro Hektar. Der Weinberg ist 70 Jahre alt. Im Gegensatz zum hoch gelegenen darüberliegenden, mehr südlich exponierten Les Eygats ist dieser Patou einfach der Mineralhammer schlechthin unter den Weinen aus Cornas. Nur ein halber Hektar Rebfläche, sehr alte Petite Syrah. Die Nase des Patou ist unheimlich konzentriert! Doch sie ist nicht konzentriert in üppiger Frucht, wie so oft in Cornas, sondern in purem Mineral. Das ist quasi Granitsaft, verflüssigter Stein – hat Winemaker Damien Brisset auf seinem Block für sich notiert. Darunter etwas zerdrückte Himbeere und Walderdbeere, viel Graphit, Bleistiftabrieb, feiner Rauch. Das ist ein atemberaubender Cornas, weil er die Energie und Saftigkeit eines Crozes hat, aber viel mehr Druck und Schub. Ein krachender Mineralausdruck, der seinesgleichen sucht. Wenn man diesen Wein im Mund hat, weiß man, warum viele Cornas als wahren Gegenspieler zum Hermitage sehen. Das steht in Sachen Bodenausdruck in nichts nach. Unglaublich geschliffen und poliert in 2024. Cornas hat natürlich immer etwas mehr Ecken und Kanten, ein bisscchen mehr Grip als etwa der feinere Côte Rôtie. Aber so perfekt austariert wie 2024 ist Cornas selten. Ich liebe diese wilde Steinwürze des Patou, diesen raumgreifenden, erdig-steinigen Charakter. Wer etwas mehr provencalische und rundere Feinheit sucht, der sollte lieber zum Eygats greifen. 2024 Patou ist kein Wein für den Hedonismus, sondern für Mineralfreaks, die Delikatesse wird sich erst mit ein paar Jahren der Reife ausprägen, wenn die Süße der Frucht mehr das Ruder übernimmt. Das ist klassischer herb-mineralischer Cornas, ein bisschen oldschool, aber ich persönlich mag das sehr gerne. *** Die Methode Ferraton folgt im Grunde immer einem ähnlichen Schema: Biodynamie in den Weinbergen mit sehr viel Handarbeit aufgrund des hohen Anteils an Steillagen. Für die Signature-Linie werden gekonnte Assemblages von den besten Parzellen zusammengeführt. Meist werden gewisse Anteile an Ganztrauben mitvergoren, wenn es die Lagen und der Jahrgang zulassen, so wie es passt. Die Signature-Linie steht für das Savoire-Faire des Hauses. Bei der Parcellaire-Linie hingegen werden nur Einzellagen abgefüllt, sowie alles vor der Gärung komplett entrappt, weil Winemaker Damien Brisset keinerlei Einfluss nehmen möchte, nur das Terroir soll sich unverändert ausdrücken. Vergoren wird spontan im Beton. Danach wird ganz sanft abgepresst, überwiegend nur der Free Run Juice verwendet. Die Vinifkation erfolgt seit 2022 vollständig ohne Schwefelzugabe. Der Ausbau geschieht in Barriques und Demi-muids, sowie Stückfässern. Die Neuholzanteile sind stets gering, meist um 10 bis 20 Prozent.,