Syrah ist 2021 an der Nordrhône einfach eine andere Erfahrung als in den fetten, mediterranen Jahren zuvor. 2021 ist so sehr auf der Finesse laufend. Schwarz – selbstverständlich – mit Brombeere, Cassis und schwarzer Kirsche, dahinter viel Chilischärfe. Der Wein sticht in der Nase. Minze und Eukalyptus, sehr fein, dazu eine tolle Frische aus Zitronengras in Kombination mit Chili und schwarzem Pfeffer. Der Mund ist dann deutlich feiner als die Nase. Schwarze Krische, Brombeere und Cassis, aber alles mit hoher Frische und Säure. Konzentrierte Finesse. Ultrafein im Mund, dicht, reich und trotzdem völlig verspielt. Die Nordrhône hat 2021 die Rolle rückwärts in die historischen Jahrgänge gemacht und ist dabei trotzdem so reif und fein. Hochelegant und gleichzeig dicht, aber eben überhaupt nicht fett. Nichts erinnert an die vergangenen Jahre, wir sind hier um Jahrzehnte zurückgeworfen und haben dabei die Reife und Feinheit der heutigen Zeit: Das ist im Grunde eine Art Ermitage in Perfektion. Wieder raus aus dem Fett und aus der Nichttrinkbarkeit und rein in den saftigen Hedonismus. Superber Wein! 97-100/100 *** Die Reben im Le Méal stehen in Südexposition, 100 Prozent Syrah. Die Trauben werden im Weingut komplett entrappt. Der Ausbau geschieht im Barrique und vereinzelt in Holzfudern.