70 Prozent Merlot und 30 Prozent Cabernet Franc. Es gab hier 25 Prozent Ausfälle durch Mehltau. Die Lese für die Merlot fand vom 26. September bis in die erste Oktoberwoche für die Cabernet Franc statt. Stéphane Derenoncourt sagt, dass der Schlüssel des Jahrgangs in der Vermeidung von Verdünnung bestand. Das Frühjahr brachte so viel Regen, dass der ganze Boden satt durchtränkt war und auch im Herbst gab es nochmal Regen. Um eine zu aufgeblähte Beere zu vermeiden, hat man eine weitere grüne Lese im August durchgeführt. Der Gesamtertrag ging somit runter auf 28 Hektoliter pro Hektar. Diese Konzentration ist der Schlüssel zu einem guten Jahrgang. Für eine vollständige Reife musste man dann noch lange warten und konnte so Ende September perfekte Trauben lesen. Die Nase erinnert mich durchaus an Clos Louie, wo ich kurz zuvor war. Hohe Konzentration mit dichter roter und schwarzer Kirsche, dazu Schlehe. Enorm drückend und satt. Erstaunlich! Auch der Mund zeigt dichte Kirsche, etwas rote Johannisbeere darunter. Der ph-Wert liegt immer bei rund 3,5, bedingt durch die Lehm- und Kalksteinböden, was stets zu einer hohen Säure und hohen Frische führt. Der Wein steht lange, er endet leicht salzig in vornehmlich roter Frucht. Das Holz ist komplett eingebunden, sehr dezent. Ein sehr puristischer Wein mit sehr viel Körper, aber sehr moderatem und feinem, ja seidigen Tannin. Das ist total reif, nichts ist grün, er wiederspiegelt die seidige Kühle und Finesse des Jahrgangs aufs Allerfeinste. Der Wein ist seidig, samtig dicht, zugänglich und lang. Ein erstaunlich guter Wein! Auf dem gleichen Level wie Clos Louie. *** Die Domaine de L’A ist das biodynamisch bearbeitete Castillon-Weingut, auf dem Stéphan Derenoncourt, der Superstar der Önologie des rechten Ufers, persönlich mit seiner Frau Christine wohnt. 11,5 Hektar, überwiegend Kalkstein mit leichter Lehmauflage. Die Domaine de L’A ist seit Jahren der zweitbeste Wein in Castillon, nach dem Weltklassewein von Clos Louie, aber in einigen Jahren durchaus nicht so weit entfernt und er wäre sicherlich in der oberen Liga Saint-Émilions einzuordnen. Das Weingut arbeitet zwar biodynamisch, dieses Zertifikat wird aber auf dem Etikett nicht genannt. Extrem geringe Erträge bei extremer Dichtpflanzung. Zu 100 Prozent entrappt, dann spontan vergoren, ohne Schwefel während der Fermentation und bis nach der Malo. Der Ausbau erfolgt je nach Jahrgang zu einem Teil in neuen Barriques, ansonsten in gebrauchten Barriques und auch in größeren Tonneaux.,