Der Clos des Ducs ist mit seinen etwas über 2 Hektar quasi der Garten des Château d’Angerville. Die Lage erstreckt sich direkt am Haus und ist in einen unteren und einen oberen Teil separiert, insgesamt einer der höchstgelegenen 1ers Crus von Volnay, der sich bis auf über 360 Höhenmeter erstreckt. Als erstes fällt die immens dichte, hochkonzentrierte Farbe des Weines auf. Das strahlende Lila ist schon optisch eine Wucht – und so ist auch die Duftwolke. Die Nase ist nobler, leiser als die der anderen Crus, aber nicht weniger intensiv, es kommt nur hintersinniger, gesetzter. Zerstoßenes Gestein, hell und dunkel, viel wilder Cassisstrauch, schwarzer Trüffel und schwarzer Tee geben eine wunderbar dunkelwürzige, fast etwas winterlich anmutende Art in den vor Saft und Vibration strotzenden Fruchtkern. Eine irre Mischung. Der Wein ist expressiv und doch so fein und leise. Das kann man sich kaum erklären. Der Mund erstaunt mich dann ein zweites Mal, denn er knüpft nur an der Feinheit und nicht an der Intensität der Nase an. So zart und leichtfüßig, zeigt kaum Gewicht in seiner unglaublich filigranen, tänzelnden Struktur. Viel zarter und harmonischer als der wilde Champans oder der virile Taillepieds. Ein Wein voll Spannung und mineralischer Strahlkraft und doch nur auf Finesse laufend. Salzig unterlegte Himbeere, wilde Blaubeeren, schlanke Zwetschge. All diese hedonistisch blaue Volnay-Frucht sitzt auf einem Chassis, das so feingliedrig daherkommt wie das eines Rennwagens. Alles ist schwebend und doch auf maximale Performance und Präzision getrimmt. Die Symmetrie ist atemberaubend. Die Fruchtsüße trägt den Wein in ein Finish, von dem man sich wünscht es höre nie auf – und beinahe ist der Wein gewillt diesen Wunsch auch zu erfüllen. Auf die Zwölf haut er dabei doch zu keiner Zeit.