Cornas ist immer 100 Prozent Syrah, by law, keine weißen Trauben erlaubt wie in Côte Rotie oder Hermitage. Biodynamische Weinbergsarbeit, Spontanvergärung. Wenn es nur einen einzigen Cornas bei Voge gäbe, wäre es dieser Vieilles Vignes. Es ist ein Blend aus den sechs besten Parzellen der Domaine, viele Hochlagen darunter, fast alles stark verwitterter Granitboden schon auf dem Weg zum Sand, sehr karg aber locker. In 2022 waren 15 bis 20 Prozent Ganztrauben in der Vergärung. Ausbau komplett in Barriques, ca. 10 bis 15 Prozent Neuholz, nie mehr. Etwa 20 Monate im Fass, Abfüllung Anfang Juni 2024. Was für eine traumhafte Nase einem da entgegenschießt, ich bin schockverliebt. Samtige-dichte, aber tänzelnd feine Rotfruchtigkeit mit einem dunklen Einschlag natürlich, aber bei Voge nie so schwarz und wuchtig drückend wie manch anderer in Cornas. Das ist der ganz klassische Stil, alte Schule, kein süßer Blockbuster, sondern ein straffer Syrah, der vom Boden angetrieben wird. Die Nase zeigt alles, was ein Syrah braucht: saftige Schwarzkirsche, Schattenmorelle, Cranberry, Eukalyptus und Pfeffer bis zum Abwinken in allen Farbnuancen. Die Frucht ist für 2022 erstaunlich kühl, sehr lebhaft, urwüchsig und kernig. Aber anders als der brutal mineralische Les Cotes ist der Vieilles Vignes aufgrund seiner Erhabenheit und Reife und trotz seiner ebenfalls enormen Mineralität auch für Nicht-Freaks genießbar, weil er so fein, samtig, saftig und hedonistisch ist.