Crozes Hermitage Les Picheres 2021

Ferraton Pere et Fils

Crozes Hermitage Les Picheres 2021

BIO

strukturiert
frische Säure
94–95
100
2
Syrah 100%
5
rot
12,5% Vol.
Trinkreife: 2024–2038
Verpackt in: 6er
3
Lobenberg: 94–95/100
6
Frankreich, Rhone, Nordrhone
7
Allergene: Sulfite, Abfüllerinformation
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Crozes Hermitage Les Picheres 2021

94–95
/100

Lobenberg: Der Winemaker Damien war überrascht, wie viel Power der Pichères 2021 mitbringt. In der Nase zeigt der Wein so viel Eukalyptus und Minze, Garrigue-Würze und Blaubeere, dazu etwas Brombeere. Viel schwarze Frucht, eine leichte Honigspur darunter. Hervorragend verwoben, die Balance ist exzellent. Die Nase zeigt viel Charme. Im Mund ist der Wein so saftig und charmant. Schon in der Jungphase ist der Wein einfach nur ein reines Vergnügen. Saftige Sauerkirsche, rote Kirsche und schwarze Krische, dahinter Mineralität, Lakritze und Orangenzesten. Perfekt eigebunden. Hintenraus feiner Schub mit heller Schokolade und wieder mit Lakritze. Das ist Everybody’s Darling mit einer gehörigen Portion Klasse dahinter. Etwas Geduld – nach fünf Jahren ist der Wein wirklich perfekt. Aber auch jung ist das eine große Freude. 2021 ist anders als die großen Vorgängerjahre – nicht mediterran, sondern fein, poliert und verspielt. Aber eben erstaunlicherweise auch sehr profund, mit sehr viel Druck von unten raus. Dieser 2021er Pichères ist in Summe vielleicht besser als all die Jahre davor, weil er so saftig und entgegenkommend ist und trotzdem lange steht. Das alles für einen unglaublichen Preis. 94-95/100 *** Les Pichères ist ein nur 0,5 Hektar großer Lieu-dit im Besitz von Ferraton. Ein Single Vineyard auf den Hügelausläufern, gerade ins Flache übergehend. Der Boden besteht aus Kalkstein und Lehm mit großen Kieselsteinen. Relativ junge Syrah-Reben, ungefähr 15 Jahre, sie stehen in Südwestexposition teilweise auf Terrassen. Wie alles hier biodynamisch bewirtschaftet. Die Trauben werden im Weingut komplett entrappt, die Vergärung erfolgt spontan im Beton. Danach wird ganz sanft abgepresst, überwiegend nur der Free Run Juice verwendet. Ausgebaut wird im Tonneau und nicht mehr in Barriques. 2021 ist der Anteil Neuholz auf ein Drittel angewachsen, weil der Frische Jahrgang das Holz gut vertragen konnte.

Jahrgangsbericht

Der Jahrgang 2021 stellt an der Rhône zweifellos einen Einschnitt in der Reihe der heißen, trockenen, mediterranen Jahrgänge dar, wie wir sie spätestens seit 2015 durchweg erlebt haben. 2021 erinnert viele Winzer im Rhônetal gar an die »guten alten Zeiten« vor 20, 30 Jahren – späte Lese, hohe Säurewerte und eine Phenolik wie es sie zuletzt in den 90ern gab. Ein Jahrgang der großen Emotionen, ein ständiges auf und ab der Gefühle: Die extreme Frostepisode vom 7. bis 9. April mit Temperaturen von teilweise fast -10°C betraf fast alle französischen Weinbaugebiete. Teilweise sorgte der Frost für einen kompletten Ernteausfall. Drei Wochen lang regte sich gar nichts in den Weinbergen des Rhônetals. Wie durch ein Wunder trieben viele Reben doch noch aus, aber nicht ohne Folgen: Die eiskalten Nächte brachten die Natur aus dem Gleichgewicht, der Wiederaustrieb verlief geradezu anarchisch, die Arbeit im Weinberg war extrem anspruchsvoll und verlangte den Winzerinnen und Winzern alles ab. Die wohltuenden Regenfälle während des gesamten Vegetationszyklus, die gemäßigten Temperaturen im Sommer und der goldene Herbst sorgten für ein großes Durchatmen. Am Ende wird 2021 nicht nur als Jahrgang der plötzlichen Wiedergeburt der Klassik, der Feinheit und Eleganz in Erinnerung bleiben, sondern auch wegen des immensen Aufwands – nur, wer 2021 alles gegeben hat, wurde am Ende mit ultrafeinen Weinen belohnt, wie wir sie seit Jahren nicht mehr im Glas hatten. An der südlichen Rhône ist 2021 ein Jahr der puren Trinkfreude. Alles ist sofort da, offen und so unglaublich fein. Die Alkoholgrade liegen rund 1,5 Prozent unter denen der vergangenen Jahrgänge. Sowohl die Weißen als auch die Roten sind hervorragend balanciert und bestechen mit guten Säurewerten und hoher Frische. Die Weine sind hocharomatisch, die Frucht ist schmeichelhaft und fast schon spielerisch-abgehoben. Eine Grenache voll auf der Pinot-Spur – wann gab es das zuletzt?! Die nördliche Rhône bringt 2021 einen Stil, den dort viele für nicht mehr möglich hielten: Extrem fein und verspielt, fast schon schwebend und mit einer genialen Frische ausgestattet. Ein Jahr für große Weißweine mit strahlender Aromatik und hervorragender Lagerfähigkeit, ein Jahr für herrlich klassische, stilvolle, delikate Rotweine mit betörend ätherischen Noten von Pfeffer und Veilchen und ultrafeiner, aber aufregender Tanninstruktur. All in all ist 2021 an der Rhône ein Jahr für Finessetrinker, für Liebhaber der Feinheit, der Frische und der Eleganz. Lange hat man sich nach solchen klassischen Jahren gesehnt. Aber klassisch mit einem genialen Twist, denn am Ende vereint 2021 mit seiner schlanken, hochfeinen Art und der genialen Duftigkeit und Aromatik das Beste von damals und heute. »Zurück in die Zukunft!« – das beschreibt diesen aufregenden Rhône-Jahrgang wohl letztlich am besten.

Mein Winzer

Ferraton Père et Fils

Samuel Ferraton, Vertreter der vierten Generation im Weingut, gab 1998 dem Haus einen neuen Impuls durch eine finanzielle Partnerschaft mit dem Haus Chapoutier bei gleichzeitiger Wahrung der qualitativen Unabhängigkeit.