Die Nase zeigt im Vergleich zum Les Pichères deutlich mehr konzentrierte Lakritze und eine viel dunklere Frucht. Schwarze Kirsche, reiche süße Maulbeere darunter, aber nicht fett, sondern immer fein und verspielt bleibend. Der Mund ist eine Hommage an die Finesse, so fein! Es kommt stark rote Frucht durch, Cranberry und Schlehe, feine Sauerkirsche dazu, aber auch konzentrierte, fast schwarze Himbeere. Das Ganze ist fein verwoben, lang und salzig im Finale. Superber Nachhall voller Finesse, voller Spiel und voller samtiger Dichte. Ein seidig-eleganter und schicker Crozes-Ermitage mit wunderbarer Komplexität. Kein großer Wein zum Niederknien, aber äußerst lang, elegant und ultraschick verwoben. 95-96+/100 *** Der Lieu-dit Le Grand Courtil wurde Anfang der 70er-Jahre von Michel Ferraton persönlich gepflanzt. Es ist eine Hanglage mit 15 Grad Neigung und einer Exposition nach Südwesten. Sie umfasst nur einen halben Hektar. Es sind die höhergelegenen Parzellen von Ferraton in Crozes-Hermitage. 100 Prozent Syrah auf Sedimentgestein, Kalk und Kieseln. Insgesamt werden nur 3.000 Flaschen von diesem superkonzentrierten Stoff produziert. Natürlich – wie alles bei Ferraton – biodynamisch bearbeitet. Im Keller werden die Trauben komplett entrappt. Die Vergärung erfolgt spontan im Beton. Danach wird ganz sanft abgepresst, überwiegend nur der Free Run Juice verwendet. Ausgebaut wird im Tonneau und nicht mehr in Barriques. 2021 ist der Anteil Neuholz auf ein Drittel angewachsen, weil der Frische Jahrgang das Holz gut vertragen konnte.