Die Nase dieses unglaublich feinen Côte du Rhône ist eine Himbeer-Pinot-Noir-Komposition. Was ist das denn von der Rhône?! Ich habe viel gehört von den roten 2021ern von der Südrhône, aber so fein habe ich es dann doch nicht erwartet. Was für eine spielerische, Cabernet Franc-artige Loire-Komposition mit starken Assoziationen an das Beaujolais und Pinot Noir. Niemand käme bei dieser Nase – glaube ich jedenfalls – auf Grenache und Syrah. So schwebend, so fein! Den Genießer mitnehmend in einen süßen, fruchtigen Traum. Megaelegant, nur Riechen recht. Was für ein schicker Wein in der Nase! Auch der Mund kommt mit Himbeere und Erdbeere, dazu rote Kirsche – ganz fein. Feines Gesteinsmehl darunter. Unglaublich lecker und trotzdem steht der Wein für Minuten. Die Mineralität ist salzig, aber nicht aggressiv. Der Wein bleibt schick und fein. Das ist eine Art Passetoutgrain (also Gamay und Pinot Noir) mit einem Schuss Cabernet Franc der Loire. So eine grandiose Feinheit habe ich an der Südrhône noch nie probiert. Ganz anders als alle mediterranen Jahre davor. Weg vom Druck, weg von der Power, hin zur spielerischen Leichtigkeit. Die Himbeere steht für Minuten, alles schwebt fein umeinander, ist ätherisch, schick und abgespact. Kein Wein zum Niederknien, sondern einfach nur eine Ode an die Freude. Jede Flasche wird ausgetrunken, das garantiere ich persönlich. 94-95/100 *** Die Tardieus haben das Label und den Namen des Guy Louis neugestaltet, ohne jedoch den Inhalt zu verändern. Weiterhin ist es eine Zusammenarbeit mit verschiedenen, teils biologisch arbeitenden Winzern, von denen sie schon lange Trauben beziehen. Der Name Nobles Origines wurde gewählt, weil der Wein zu 100 Prozent aus fünf Crus stammt: Vacqueyras, Beaumes-de-Venise, Rasteau, Lirac und Cairanne. Das Ganze wird deklassiert zu einem Côtes du Rhône. Also großes Kino für kleines Geld. Der Wein besteht aus 70 Prozent Grenache, 20 Prozent Syrah und 10 Prozent Mourvèdre. Die Grenache-Reben sind 50 Jahre alt, die Syrah 40 Jahre und die Mourvèdre 30 bis 40 Jahre. Der Alkoholgehalt liegt bei 14,5 Volumenprozent. Ein Drittel der Trauben wurde nicht entrappt. Nach der Spontangärung in Betonfudern erfolgt der Ausbau für zehn Monate in Barriques mit Zweit- und Drittbelegung. Danach geht der Wein für weitere acht Monate ins Stockinger-Doppelstückfass. Die Weine werden nicht geschönt und nicht filtriert, bevor sie in die authentischen Burgunderflaschen wandern. Seit dem Jahrgang 2020 mit der teuersten Korkvariante von DIAM ausgestattet, die neben Naturkork 100 Prozent natürliche Materialien wie Rizinusöl und Bienenwachs enthält.