Cotes du Rhone Blanc Nobles Origines 2021

Michel Tardieu - Chateauneuf du Pape

Cotes du Rhone Blanc Nobles Origines 2021

BIO

voll & rund
niedrige Säure
95
100
2
Viognier 35%, Clairette Blanche 20%, Grenache blanc 15%, Marsanne 15%, Roussanne 15%
5
weiß
14,0% Vol.
Trinkreife: 2024–2046
Verpackt in: 12er
3
Lobenberg: 95/100
6
Frankreich, Rhone, Chateauneuf du Pape
7
Allergene: Sulfite, Abfüllerinformation
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Cotes du Rhone Blanc Nobles Origines 2021

95
/100

Lobenberg: Der 2021er zeigt tiefe, reiche, aromatische Reineclauden. Eine gelbfruchtige Nase. Viel gelbe Melone, Golden Delicious Apfel und ein satter Schub an reifer, vollgelber Birne, dazu etwas Litschi. Sehr gut verwoben. Im Mund ein Zwischending aus enormem Druck und gleichzeitig hoher Aromatik, Frische und Feinheit. Intensive Mineralik. Im Mund bin ich dann doch ziemlich überrascht, wie druckvoll, intensiv und lang der Wein rüberkommt. Er kommt aber überhaupt nicht fett rüber, er ist deutlich frischer, schlanker und eleganter als 2020 und er hat weniger Power als 2019. Aber der Wein ist hochintensiv in seiner blumig-fruchtigen Mineralik. So viel Schub aus gelber Frucht – Reineclaude und daneben eine wunderschöne Kumquat-Frische. Salz, fast an Kalkstein erinnernd. Hohe Intensität am Gaumen. Allen Raum einnehmend und doch trotz des neuen Holzes gar nicht fett. Das Holz ist komplett weggeatmet durch die geniale Frische. Der Wein steht für weit über eine Minute – eher zwei Minuten – und rollt mit Kumquat und gelber Frucht wieder hoch. Enorm eindrucksvoll! 95/100 *** Der Nobles Origines ist der ehemalige Guy Louis. Die Tardieus haben das Label und den Namen neugestaltet, ohne jedoch den Inhalt zu verändern. Weiterhin ist es eine Zusammenarbeit mit verschiedenen, teils biologisch arbeitenden Winzern, von denen sie schon lange Trauben beziehen. Der Name Nobles Origines wurde gewählt, weil der Wein zu 100 Prozent aus Top-Crus verschiedener Appellationen des Rhônetals stammt: Condrieu, Saint-Joseph, Saint-Péray, Crozes-Hermitage und Châteauneuf-du-Pape. Ein Drittel dieses Weins kommt aus dem Norden, zwei Drittel kommen aus dem Süden. Die Assemblage besteht 2021 aus 35 Prozent Viognier, 20 Prozent Clairette, 15 Prozent Grenache Blanc, 15 Prozent Marsanne und 15 Prozent Roussane. Die Grenache-Reben sind 70 Jahre alt, die Marsanne und Roussanne 60, die Clairette 40 und die Viognier 30 Jahre. Der Wein hat 14 Volumenprozent Alkohol. Nach der langsamen Ganztraubenpressung wird der Most im Barrique vergoren und der Wein dann acht Monate in Barrique ausgebaut, teils neues Holz, teils Zweit- und Drittbelegungen. Nach der Gärung findet keine Malo statt. Keine Schönung und Filtration vor der Füllung in die authentischen Burgunderflaschen. Seit dem Jahrgang 2020 mit der teuersten Korkvariante von DIAM ausgestattet, die neben Naturkork 100 Prozent natürliche Materialien wie Rizinusöl und Bienenwachs enthält.

Jahrgangsbericht

Der Jahrgang 2021 stellt an der Rhône zweifellos einen Einschnitt in der Reihe der heißen, trockenen, mediterranen Jahrgänge dar, wie wir sie spätestens seit 2015 durchweg erlebt haben. 2021 erinnert viele Winzer im Rhônetal gar an die »guten alten Zeiten« vor 20, 30 Jahren – späte Lese, hohe Säurewerte und eine Phenolik wie es sie zuletzt in den 90ern gab. Ein Jahrgang der großen Emotionen, ein ständiges auf und ab der Gefühle: Die extreme Frostepisode vom 7. bis 9. April mit Temperaturen von teilweise fast -10°C betraf fast alle französischen Weinbaugebiete. Teilweise sorgte der Frost für einen kompletten Ernteausfall. Drei Wochen lang regte sich gar nichts in den Weinbergen des Rhônetals. Wie durch ein Wunder trieben viele Reben doch noch aus, aber nicht ohne Folgen: Die eiskalten Nächte brachten die Natur aus dem Gleichgewicht, der Wiederaustrieb verlief geradezu anarchisch, die Arbeit im Weinberg war extrem anspruchsvoll und verlangte den Winzerinnen und Winzern alles ab. Die wohltuenden Regenfälle während des gesamten Vegetationszyklus, die gemäßigten Temperaturen im Sommer und der goldene Herbst sorgten für ein großes Durchatmen. Am Ende wird 2021 nicht nur als Jahrgang der plötzlichen Wiedergeburt der Klassik, der Feinheit und Eleganz in Erinnerung bleiben, sondern auch wegen des immensen Aufwands – nur, wer 2021 alles gegeben hat, wurde am Ende mit ultrafeinen Weinen belohnt, wie wir sie seit Jahren nicht mehr im Glas hatten. An der südlichen Rhône ist 2021 ein Jahr der puren Trinkfreude. Alles ist sofort da, offen und so unglaublich fein. Die Alkoholgrade liegen rund 1,5 Prozent unter denen der vergangenen Jahrgänge. Sowohl die Weißen als auch die Roten sind hervorragend balanciert und bestechen mit guten Säurewerten und hoher Frische. Die Weine sind hocharomatisch, die Frucht ist schmeichelhaft und fast schon spielerisch-abgehoben. Eine Grenache voll auf der Pinot-Spur – wann gab es das zuletzt?! Die nördliche Rhône bringt 2021 einen Stil, den dort viele für nicht mehr möglich hielten: Extrem fein und verspielt, fast schon schwebend und mit einer genialen Frische ausgestattet. Ein Jahr für große Weißweine mit strahlender Aromatik und hervorragender Lagerfähigkeit, ein Jahr für herrlich klassische, stilvolle, delikate Rotweine mit betörend ätherischen Noten von Pfeffer und Veilchen und ultrafeiner, aber aufregender Tanninstruktur. All in all ist 2021 an der Rhône ein Jahr für Finessetrinker, für Liebhaber der Feinheit, der Frische und der Eleganz. Lange hat man sich nach solchen klassischen Jahren gesehnt. Aber klassisch mit einem genialen Twist, denn am Ende vereint 2021 mit seiner schlanken, hochfeinen Art und der genialen Duftigkeit und Aromatik das Beste von damals und heute. »Zurück in die Zukunft!« – das beschreibt diesen aufregenden Rhône-Jahrgang wohl letztlich am besten.

Mein Winzer

Michel Tardieu – Chateauneuf du Pape

Michel Tardieu ist inzwischen legendär und einer der besten Weinmacher Frankreichs. Robert Parker u. v. a. überhäuften ihn zu Recht mit Superlativen. Sehr oft arbeitet er an der Rhone und in anderen Regionen mit seinem Freund Philippe Cambie zusammen.