Chateauneuf du Pape Classic 2021

Michel Tardieu - Chateauneuf du Pape

Chateauneuf du Pape Classic 2021

voluminös & kräftig
pikant & würzig
96–97
100
2
Grenache 75%, Mourvedre 10%, Syrah 10%, Cinsault 5%
5
rot
14,5% Vol.
Trinkreife: 2026–2042
Verpackt in: 12er
3
Lobenberg: 96–97/100
6
Frankreich, Rhone, Chateauneuf du Pape
7
Allergene: Sulfite, Abfüllerinformation
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Chateauneuf du Pape Classic 2021

96–97
/100

Lobenberg: Der „normale Chateauneuf“ besteht aus 80% Grenache, 10% Syrah und 10% Mouverdre. Die Weine sind, anders als bei dem Cuvee Special und Vieilles Vignes, erst zwischen 60 und 80 Jahren alt, wohingegen bei den anderen Cuvees ein Alter von 80-110 Jahren vorherrscht. Auch sind die Terroirs nicht die gleichen. Hier kommen wir zwar ein bisschen aus La Crau und ein bisschen aus dem Terroir La Janasse, aber insgesamt besteht der Boden hälftig aus sandigen Böden, zur Hälfte aus Kieselsteinen. Ein sehr klassischer Chateauneuf du Pape aus verschiedenen Terroirs eben. Ich nehme ihn 2017 das erste Mal als normalen Chateauneuf du Pape in mein Programm, weil er so unglaublich elegant und harmonisch daherkommt. Der Anteil an unentrappten Trauben liegt bei 50%. Der Rest wurde komplett entrappt. Im Gegensatz dazu, wird in der Cuvee Special 100% nicht entrappt, im V.V. ebenfalls jeweils hälftig. Die Nase des 2021er ist extrem elegant von der Grenache geprägt. Feinste Himbeere mit süßer Erdbeere, aber auch dunkler, würziger, reifer Pflaume darunter. Nur minimal Brombeere und Holunder. Sehr fein und verspielt. Sehr reif und trotzdem gar nicht üppig oder klebrig. Der Mund ist so unheimlich fein und verblüffend frisch, eben 2021! Der Mund erinnert mich total an den klassischen, normalen Chateauneuf du Pape von der Domaine La Janasse. Vielleicht weil das Terroir so ähnlich ist. Weil die Konzeption auch ähnlich ist. In beiden Fällen ist es jeweils der eleganteste, feinste Wein. Eine unglaublich saftiger Chateauneuf du Pape und ein Wein, der nicht von Lakritze und Veilchen dominiert wird. Im Gegenteil, wir haben hier eher Flieder, eine feine, mineralische Süße darunter, und einen sehr geschliffenen, langen rotfruchtigen Mund. Trotzdem intensive, sehr aromatische Frucht. Nur eben kein Blockbuster, sondern ein aromatischer, reichhaltiger und trotzdem feiner, saftiger Chateauneuf du Pape mit tollem Trinkfluss und großem Nachhall. Ein Chateauneuf du Pape der Oberklasse, aber ohne dem Trinker zu sehr imponieren zu wollen. Der unanstrengende, seidig saftige Trinkfluss bleibt immer erhalten. 96-97/100

Jahrgangsbericht

Der Jahrgang 2021 stellt an der Rhône zweifellos einen Einschnitt in der Reihe der heißen, trockenen, mediterranen Jahrgänge dar, wie wir sie spätestens seit 2015 durchweg erlebt haben. 2021 erinnert viele Winzer im Rhônetal gar an die »guten alten Zeiten« vor 20, 30 Jahren – späte Lese, hohe Säurewerte und eine Phenolik wie es sie zuletzt in den 90ern gab. Ein Jahrgang der großen Emotionen, ein ständiges auf und ab der Gefühle: Die extreme Frostepisode vom 7. bis 9. April mit Temperaturen von teilweise fast -10°C betraf fast alle französischen Weinbaugebiete. Teilweise sorgte der Frost für einen kompletten Ernteausfall. Drei Wochen lang regte sich gar nichts in den Weinbergen des Rhônetals. Wie durch ein Wunder trieben viele Reben doch noch aus, aber nicht ohne Folgen: Die eiskalten Nächte brachten die Natur aus dem Gleichgewicht, der Wiederaustrieb verlief geradezu anarchisch, die Arbeit im Weinberg war extrem anspruchsvoll und verlangte den Winzerinnen und Winzern alles ab. Die wohltuenden Regenfälle während des gesamten Vegetationszyklus, die gemäßigten Temperaturen im Sommer und der goldene Herbst sorgten für ein großes Durchatmen. Am Ende wird 2021 nicht nur als Jahrgang der plötzlichen Wiedergeburt der Klassik, der Feinheit und Eleganz in Erinnerung bleiben, sondern auch wegen des immensen Aufwands – nur, wer 2021 alles gegeben hat, wurde am Ende mit ultrafeinen Weinen belohnt, wie wir sie seit Jahren nicht mehr im Glas hatten. An der südlichen Rhône ist 2021 ein Jahr der puren Trinkfreude. Alles ist sofort da, offen und so unglaublich fein. Die Alkoholgrade liegen rund 1,5 Prozent unter denen der vergangenen Jahrgänge. Sowohl die Weißen als auch die Roten sind hervorragend balanciert und bestechen mit guten Säurewerten und hoher Frische. Die Weine sind hocharomatisch, die Frucht ist schmeichelhaft und fast schon spielerisch-abgehoben. Eine Grenache voll auf der Pinot-Spur – wann gab es das zuletzt?! Die nördliche Rhône bringt 2021 einen Stil, den dort viele für nicht mehr möglich hielten: Extrem fein und verspielt, fast schon schwebend und mit einer genialen Frische ausgestattet. Ein Jahr für große Weißweine mit strahlender Aromatik und hervorragender Lagerfähigkeit, ein Jahr für herrlich klassische, stilvolle, delikate Rotweine mit betörend ätherischen Noten von Pfeffer und Veilchen und ultrafeiner, aber aufregender Tanninstruktur. All in all ist 2021 an der Rhône ein Jahr für Finessetrinker, für Liebhaber der Feinheit, der Frische und der Eleganz. Lange hat man sich nach solchen klassischen Jahren gesehnt. Aber klassisch mit einem genialen Twist, denn am Ende vereint 2021 mit seiner schlanken, hochfeinen Art und der genialen Duftigkeit und Aromatik das Beste von damals und heute. »Zurück in die Zukunft!« – das beschreibt diesen aufregenden Rhône-Jahrgang wohl letztlich am besten.

Mein Winzer

Michel Tardieu – Chateauneuf du Pape

Michel Tardieu ist inzwischen legendär und einer der besten Weinmacher Frankreichs. Robert Parker u. v. a. überhäuften ihn zu Recht mit Superlativen. Sehr oft arbeitet er an der Rhone und in anderen Regionen mit seinem Freund Philippe Cambie zusammen.