Chateauneuf du Pape Blanc 2021

Chateau de Vaudieu

Chateauneuf du Pape Blanc 2021

Neu

96
100
2
Grenache blanc 70%, Roussanne 20%, Clairette Blanche 5%, Picardan 5%
5
weiß
14,0% Vol.
Trinkreife: 2024–2044
Verpackt in: 6er
3
Lobenberg: 96/100
6
Frankreich, Rhone, Chateauneuf du Pape
7
Allergene: Sulfite, Abfüllerinformation
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Chateauneuf du Pape Blanc 2021

96
/100

Lobenberg: 70 Prozent Grenache Blanc, 20 Prozent Roussanne fünf Prozent Clairette und fünf Prozent Picardan. Die Grenache steht je zur Hälfte auf Sand- und Kalkböden. Die anderen Sorten komplett auf Kalk. 14 Volumenprozent Alkohol. 2021 sind die Weißen auch bei Vaudieu ein Erlebnis. So unglaublich ätherisch-abgehoben, feinschwebend und floral mit weißem Pfirsich, weißen Blüten und weißem Flieder. Dazu ganz helle Mirabelle und fast weiße Bine, dahinter etwas weiße Melone. Voll auf weißer Frucht laufend – sehr schick! Leichte Walnuss-Aromatik dahinter. 2021 ist auch im Mund ein Erlebnis. Ein Erlebnis, das fast so großartig ist wie bei Pegau. Fantastische Säure und Frische mit Kumquat, Orangenzesten, weißem Pfirsich, Mirabellen und Reineclauden. Unglaublich Spannung und Vibration aufbauend. Tolle Dichte zeigend und sehr hohe Intensität am Gaumen und auf der Zunge, mit grandioser Frische, die aber nicht spitz ist. Das Ganze in einer süßen Orangenzeste und pinker Grapefruit endend, begleitet von Zitronengras. Feine salzige Mineralität rollt immer wieder hoch. Der Wein hallt für mehr als zwei Minuten nach. Überhaupt weit entfernt von einem aus früheren Zeiten bekannten weißen Châteauneuf. Nichts Schweres, die Roussanne dominiert überhaupt nicht. Wie haben hier etwas ganz filigran Schwebendes und trotzdem ist es hochintensiv. Genialer weißer Châteauneuf! 96/100

Jahrgangsbericht

Der Jahrgang 2021 stellt an der Rhône zweifellos einen Einschnitt in der Reihe der heißen, trockenen, mediterranen Jahrgänge dar, wie wir sie spätestens seit 2015 durchweg erlebt haben. 2021 erinnert viele Winzer im Rhônetal gar an die »guten alten Zeiten« vor 20, 30 Jahren – späte Lese, hohe Säurewerte und eine Phenolik wie es sie zuletzt in den 90ern gab. Ein Jahrgang der großen Emotionen, ein ständiges auf und ab der Gefühle: Die extreme Frostepisode vom 7. bis 9. April mit Temperaturen von teilweise fast -10°C betraf fast alle französischen Weinbaugebiete. Teilweise sorgte der Frost für einen kompletten Ernteausfall. Drei Wochen lang regte sich gar nichts in den Weinbergen des Rhônetals. Wie durch ein Wunder trieben viele Reben doch noch aus, aber nicht ohne Folgen: Die eiskalten Nächte brachten die Natur aus dem Gleichgewicht, der Wiederaustrieb verlief geradezu anarchisch, die Arbeit im Weinberg war extrem anspruchsvoll und verlangte den Winzerinnen und Winzern alles ab. Die wohltuenden Regenfälle während des gesamten Vegetationszyklus, die gemäßigten Temperaturen im Sommer und der goldene Herbst sorgten für ein großes Durchatmen. Am Ende wird 2021 nicht nur als Jahrgang der plötzlichen Wiedergeburt der Klassik, der Feinheit und Eleganz in Erinnerung bleiben, sondern auch wegen des immensen Aufwands – nur, wer 2021 alles gegeben hat, wurde am Ende mit ultrafeinen Weinen belohnt, wie wir sie seit Jahren nicht mehr im Glas hatten. An der südlichen Rhône ist 2021 ein Jahr der puren Trinkfreude. Alles ist sofort da, offen und so unglaublich fein. Die Alkoholgrade liegen rund 1,5 Prozent unter denen der vergangenen Jahrgänge. Sowohl die Weißen als auch die Roten sind hervorragend balanciert und bestechen mit guten Säurewerten und hoher Frische. Die Weine sind hocharomatisch, die Frucht ist schmeichelhaft und fast schon spielerisch-abgehoben. Eine Grenache voll auf der Pinot-Spur – wann gab es das zuletzt?! Die nördliche Rhône bringt 2021 einen Stil, den dort viele für nicht mehr möglich hielten: Extrem fein und verspielt, fast schon schwebend und mit einer genialen Frische ausgestattet. Ein Jahr für große Weißweine mit strahlender Aromatik und hervorragender Lagerfähigkeit, ein Jahr für herrlich klassische, stilvolle, delikate Rotweine mit betörend ätherischen Noten von Pfeffer und Veilchen und ultrafeiner, aber aufregender Tanninstruktur. All in all ist 2021 an der Rhône ein Jahr für Finessetrinker, für Liebhaber der Feinheit, der Frische und der Eleganz. Lange hat man sich nach solchen klassischen Jahren gesehnt. Aber klassisch mit einem genialen Twist, denn am Ende vereint 2021 mit seiner schlanken, hochfeinen Art und der genialen Duftigkeit und Aromatik das Beste von damals und heute. »Zurück in die Zukunft!« – das beschreibt diesen aufregenden Rhône-Jahrgang wohl letztlich am besten.

Mein Winzer

Chateau de Vaudieu

Château Vaudieu ist das Top-Weingut der Familie Brechet. Auf 70 Hektar Landbesitz wachsen im Herzen Appellation Châteauneuf du Pape herausragende Weine von einem großen Terroir.