Chateauneuf du Pape Barbe Rac 2021

Chapoutier

Chateauneuf du Pape Barbe Rac 2021

BIO

pikant & würzig
voluminös & kräftig
fruchtbetont
97–98
100
2
Grenache 100%
5
rot
15,5% Vol.
Trinkreife: 2029–2049
Verpackt in: 6er OHK
3
Lobenberg: 97–98/100
6
Frankreich, Rhone, Nordrhone
7
Allergene: Sulfite, Abfüllerinformation
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Chateauneuf du Pape Barbe Rac 2021

97–98
/100

Lobenberg: Was für ein Sprung – zuvor habe ich die australischen Weine von Chapoutier probiert. Jetzt sind wir hier in der Grenache von Châteauneuf. 2021 ist die Appellation so ein Hammer in Feinheit – auch hier bei Chapoutier. Himbeere, aber sehr konzentriert, fast schwarz. Dahinter duftig-konzentrierte Erdbeere, Schwarzkirsche und rote Kirsche. Erstaunlich konzentriert. Im Mund mit einem intensiven Angang aus heller Lakritze, konzentrierter schwarzer Himbeere und Erdbeere. Dahinter ein bisschen Cranberry und eine feine Chilischärfe. Der Wein ist sehr harmonisch, sehr fein und verspielt. 2021 ist so ein schickes, tänzelndes Jahr. Gar nicht zu vergleichen mit 2020 und noch weniger mit 2019 oder mit der Üppigkeit von 2018 und 2017. Der Jahrgang 2021 steht für sich allein – eine Erinnerung an die 90er-Jahre, aber das Ganze in voller Reife und spielerischer Eleganz. Der Barbe Rac ist sicherlich einer der Weine des extrem gehobenen Mittelfelds, wenn nicht gar aus dem unteren Bereich der ersten Reihe in Châteauneuf 2021. Die Harmonie, die Balance und die Feinheit der Frucht sind überwältigend. Trotzdem ist der Wein intensiv. Einfach nur ein schicker Châteauneuf! 97-98/100 *** Barbe Rac besteht aus 100 Prozent Grenache, gewachsen auf den klassischen Kiesböden des Châteauneuf. Der Weinberg liegt ungefähr in der Gegend von Clos des Papes. Mit das wärmste Terroir in der gesamten Appellation. Die Reben sind zwischen 60 und 80 Jahre alt. Die Trauben werden in voller Reife geerntet – der Wein hat immer zwischen 14,5 und 15 Volumenprozent Alkohol. Einem Grenache unter 14,5 Volumenprozent würde hier auch die phenolische Reife fehlen. Die Trauben werden komplett entrappt und für drei Wochen mazeriert. Die Gärung findet im Beton statt. Der Wein wird im Stahl, im Beton und im Keramik-Ei ausgebaut, um den Einfluss von Holz und Oxidation zu vermeiden. Chapoutier besitzt in dieser Gegend insgesamt 30 Hektar, aber nur aus fünf Hektar gehen in diesen Barbe Rac. Der Ertrag liegt bei nur 20 Hektolitern pro Hektar. Es werden insgesamt 10.000 Flaschen von diesem Wein gemacht.

Jahrgangsbericht

Der Jahrgang 2021 stellt an der Rhône zweifellos einen Einschnitt in der Reihe der heißen, trockenen, mediterranen Jahrgänge dar, wie wir sie spätestens seit 2015 durchweg erlebt haben. 2021 erinnert viele Winzer im Rhônetal gar an die »guten alten Zeiten« vor 20, 30 Jahren – späte Lese, hohe Säurewerte und eine Phenolik wie es sie zuletzt in den 90ern gab. Ein Jahrgang der großen Emotionen, ein ständiges auf und ab der Gefühle: Die extreme Frostepisode vom 7. bis 9. April mit Temperaturen von teilweise fast -10°C betraf fast alle französischen Weinbaugebiete. Teilweise sorgte der Frost für einen kompletten Ernteausfall. Drei Wochen lang regte sich gar nichts in den Weinbergen des Rhônetals. Wie durch ein Wunder trieben viele Reben doch noch aus, aber nicht ohne Folgen: Die eiskalten Nächte brachten die Natur aus dem Gleichgewicht, der Wiederaustrieb verlief geradezu anarchisch, die Arbeit im Weinberg war extrem anspruchsvoll und verlangte den Winzerinnen und Winzern alles ab. Die wohltuenden Regenfälle während des gesamten Vegetationszyklus, die gemäßigten Temperaturen im Sommer und der goldene Herbst sorgten für ein großes Durchatmen. Am Ende wird 2021 nicht nur als Jahrgang der plötzlichen Wiedergeburt der Klassik, der Feinheit und Eleganz in Erinnerung bleiben, sondern auch wegen des immensen Aufwands – nur, wer 2021 alles gegeben hat, wurde am Ende mit ultrafeinen Weinen belohnt, wie wir sie seit Jahren nicht mehr im Glas hatten. An der südlichen Rhône ist 2021 ein Jahr der puren Trinkfreude. Alles ist sofort da, offen und so unglaublich fein. Die Alkoholgrade liegen rund 1,5 Prozent unter denen der vergangenen Jahrgänge. Sowohl die Weißen als auch die Roten sind hervorragend balanciert und bestechen mit guten Säurewerten und hoher Frische. Die Weine sind hocharomatisch, die Frucht ist schmeichelhaft und fast schon spielerisch-abgehoben. Eine Grenache voll auf der Pinot-Spur – wann gab es das zuletzt?! Die nördliche Rhône bringt 2021 einen Stil, den dort viele für nicht mehr möglich hielten: Extrem fein und verspielt, fast schon schwebend und mit einer genialen Frische ausgestattet. Ein Jahr für große Weißweine mit strahlender Aromatik und hervorragender Lagerfähigkeit, ein Jahr für herrlich klassische, stilvolle, delikate Rotweine mit betörend ätherischen Noten von Pfeffer und Veilchen und ultrafeiner, aber aufregender Tanninstruktur. All in all ist 2021 an der Rhône ein Jahr für Finessetrinker, für Liebhaber der Feinheit, der Frische und der Eleganz. Lange hat man sich nach solchen klassischen Jahren gesehnt. Aber klassisch mit einem genialen Twist, denn am Ende vereint 2021 mit seiner schlanken, hochfeinen Art und der genialen Duftigkeit und Aromatik das Beste von damals und heute. »Zurück in die Zukunft!« – das beschreibt diesen aufregenden Rhône-Jahrgang wohl letztlich am besten.

Mein Winzer

Chapoutier

Seit der Gründung im Jahre 1808 hat jede Generation aus dem Hause Chapoutier auf eigene Weise dazu beigetragen, ihre Weine zu weltweiten Spitzenprodukten zu entwickeln. Das größte bisheriges Wagnis war die komplette Umstellung der Produktion der Einzellagen auf biodynamischen Weinanbau. Hier wacht...