In 2025 besteht Valade aus 90 Prozent Merlot und zehn Prozent Cabernet Franc. Der Ertrag lag bei rund 40 Hektolitern pro Hektar. Der Wein hat eine unglaublich warme, reiche Nase. Der Alkoholgehalt von 14,5 Prozent ist schon zu spüren, aber er gibt dem Wein so viel opulenten und erotischen Charme! Diese üppige, reife Frucht mit dieser Offenheit ist genau das, was diesen Jahrgang so zugänglich macht. Satte rote Frucht mit Walderdbeere, süße rote Kirsche und rote Johannisbeere. Aber schwarze Kirsche ist am Ende die Dominante. Warm, reich, dicht und voller Charme. Sehr sexy. Im Mund dann eine grandiose Harmonie ausstrahlend, total balanciert, lecker und rund! Das ist so sexy und erotisch – totaler Hedonismus… Everybody’s Darling und eine echte Ode an die Freude! So schön rund und trotzdem hat der Wein viel Grip. Reife Walderdbeere mit reifer süßer Kirsche, im Finale dann etwas Lakritze und Nutella. Das ist kein Wein zum Niederknien, sondern einfach nur ein sehr leckerer, charmanter und zugänglicher Saint-Émilion. Verglichen mit dem Castillon-Schwesterwein Brisson ist das im Grunde so etwas wie ein kleiner Turbolader, mit der gleichen Grundcharakteristik. Cédric Valade hat einen Hang zu unglaublich harmonischen, balancierten Weinen. Grandios lecker! *** Diese Domaine wurde erst 2007 von Cédric Valade aus Castillon gegründet, der auf Château Brisson geboren und großgeworden ist. Valade ist in Konversion zu Bio. Hier in kühlerer Nordexposition findet man ein perfektes Lehm- und Kalkstein-Terroir von nur sechs Hektar, direkt vis-à-vis von Tour Saint Christophe, der auf ähnlichem Terroir mit mehr Kalkstein und Südexposition-Terroir inzwischen einen Kultstatus erreicht hat – zurecht, wie ich glaube. Auch Barde Haut liegt direkt neben Valade. Die Reben hier sind im Durchschnitt an die 50 Jahre alt, reichen aber defacto von 25 bis 80 Jahren. Die Weine werden aus komplett entrappten Trauben spontan in Inox-Tanks vergoren. Zu 80 Prozent in neuen Barriques ausgebaut, 20 Prozent Zweitbelegung.