Valade: Chateau Valade Grand Cru 2025

Chateau Valade Grand Cru 2025

Holzkiste

Zum Winzer

Merlot 90%, Cabernet Franc 10%
rot, trocken
14,5% Vol.
Trinkreife: 2031–2051
Verpackt in: 12er OHK
seidig & aromatisch
pikant & würzig
saftig
Lobenberg: 95–96+/100
Gerstl: 19/20
Frankreich, Bordeaux, Saint Emilion
Allergene: Sulfite,
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Chateau Valade Grand Cru 2025

95–96+
/100

In 2025 besteht Valade aus 90 Prozent Merlot und zehn Prozent Cabernet Franc. Der Ertrag lag bei rund 40 Hektolitern pro Hektar. Der Wein hat eine unglaublich warme, reiche Nase. Der Alkoholgehalt von 14,5 Prozent ist schon zu spüren, aber er gibt dem Wein so viel opulenten und erotischen Charme! Diese üppige, reife Frucht mit dieser Offenheit ist genau das, was diesen Jahrgang so zugänglich macht. Satte rote Frucht mit Walderdbeere, süße rote Kirsche und rote Johannisbeere. Aber schwarze Kirsche ist am Ende die Dominante. Warm, reich, dicht und voller Charme. Sehr sexy. Im Mund dann eine grandiose Harmonie ausstrahlend, total balanciert, lecker und rund! Das ist so sexy und erotisch – totaler Hedonismus… Everybody’s Darling und eine echte Ode an die Freude! So schön rund und trotzdem hat der Wein viel Grip. Reife Walderdbeere mit reifer süßer Kirsche, im Finale dann etwas Lakritze und Nutella. Das ist kein Wein zum Niederknien, sondern einfach nur ein sehr leckerer, charmanter und zugänglicher Saint-Émilion. Verglichen mit dem Castillon-Schwesterwein Brisson ist das im Grunde so etwas wie ein kleiner Turbolader, mit der gleichen Grundcharakteristik. Cédric Valade hat einen Hang zu unglaublich harmonischen, balancierten Weinen. Grandios lecker! *** Diese Domaine wurde erst 2007 von Cédric Valade aus Castillon gegründet, der auf Château Brisson geboren und großgeworden ist. Valade ist in Konversion zu Bio. Hier in kühlerer Nordexposition findet man ein perfektes Lehm- und Kalkstein-Terroir von nur sechs Hektar, direkt vis-à-vis von Tour Saint Christophe, der auf ähnlichem Terroir mit mehr Kalkstein und Südexposition-Terroir inzwischen einen Kultstatus erreicht hat – zurecht, wie ich glaube. Auch Barde Haut liegt direkt neben Valade. Die Reben hier sind im Durchschnitt an die 50 Jahre alt, reichen aber defacto von 25 bis 80 Jahren. Die Weine werden aus komplett entrappten Trauben spontan in Inox-Tanks vergoren. Zu 80 Prozent in neuen Barriques ausgebaut, 20 Prozent Zweitbelegung.

Jahrgangsbericht

Was für ein Jahrgang! Perfektes Wetter und Klima von Beginn an, reichlich Wasser im Winter und Frühjahr, gute Blüte, sich langsam steigernder Sommer inklusive, wie so oft, etwas zu viel Trockenheit und Hitze, zum Glück dann gerade noch rechtzeitig reanimierende Schauer Ende August und Anfang September. Etwas extrem nur, am linken Ufer nicht so brutal wie 2022, und doch intensiver und perfekter und etwas massiver und druckvoller als 2023 und 2024, sehr 2016er Stil! Viel besser geht es nicht. /// Auf dem rechten Ufer eher eine Wiederholung von 2022. Nach den bis dahin größten, massiven Jahrgängen 2005, 2009 und 2010, den elegant archetypischen, perfekte balancierten konzentrierten 2016 und feinerem 2020, dem spannend aufregenden Unikats-Jahrgang 2019, dem »best ever« 2022, dem umarmenden Supercharmeur 2023 und dem schlanken, reifen und zarten 2024, kommt 2025 wie bestellt und auf Samtpfoten mit einem eigenen Charakter daher. Die konzentrierte Eleganz und große Harmonie und Frische aus 2016 kommt auf dem linken Ufer dazu, ergänzt um die, sich nach der Gärung schon zeigende, erstaunlich frühe Zugänglichkeit und seidige Eleganz mit fruchtig, charmant saftigem Trinkfluss. /// Er scheint auf dem rechten Ufer den ewig lagerfähigen Tannin-Blockbuster (bei sehr moderater Säure) des Hyper-Jahrgangs 2022 (die Reinkarnation von 1982 und 1961 und 1945) zu kopieren, auf dem linken Ufer den 2016er, aber doch auch mit dem viel saftigeren und charmant umarmenden 2023er vereint. 2025 scheint dazu die Spannung und Frische bei sehr moderatem Alkohol (13 Grad) aus 2019 zu ergänzen, und dieser erstaunlich geringe Alkohol ist schon ein Merkmal der Perfektion. Die konzentrierte Eleganz und große Harmonie und Frische aus 2016 kommt auf dem linken Ufer dazu, ergänzt um die, sich nach der Gärung schon zeigende, erstaunlich frühe Zugänglichkeit und seidige Eleganz mit fruchtig, charmant saftigem Trinkfluss. /// Am linken Ufer gibt es ein Drittel weniger Menge als im Durchschnitt, kleinste Beeren, viel Struktur in den Cabernets, aber dank des späten Regens und einiger segensreicher Regensommerstürme auch eine gewisse Frische und Saftigkeit bei toller Reife und Frucht mit perfekter, mittlerer Säure und nur 13 Grad Alkohol. Jean Marc Quarin, Frankreichs Verkostungs-Star: »... eher dem Jahr 2016 ähnlich als 2022 – mit vergleichbaren Alkoholgraden zwischen 13,0 und 14,0 % und ähnlich niedrigen pH-Werten, gleicht 2025 einem 2016(+) mit mehr Präsenz schon beim ersten Eindruck, einem volleren, breiteren Mittelgaumen, einem ansteigenden Verlauf und längeren Abgängen.« Die Werte und Geschmackseindrücke der telefonischen Reports der »Superseconds« von Montrose und Pichon Lalande sowie Pontet Canet erinnert an 2020 und 2016. /// Meine allerersten Eindrücke Ende Januar bestätigen die große Ähnlichkeit mehr zu 2016, etwas konzentrierter und dichter als 2020. Ein perfektes Jahr und ein einfach superber Jahrgang 2025, allerdings mit sehr geringen Mengen. Reife, extrem fruchtige Merlots mit spät voll reifender, pikanter Cabernet und winzigen Erträgen. /// Im Süden, in Pessac, klingt es sogar euphorisch. Der biodynamische Régisseur von Château Carmes Haut Brion, Guillaume Pouthier, schrieb mir im Oktober: »2025 is a very very great vintage because the wine (after 30 days in the vat) comes with a perfect balance, huge and very fine structure, a lot perfume and already an amazing drinkability. It’s a PARADOX vintage because all the people think we find a lot of alcohol in the wine but the average for Carmes is only 13°. It’s a WOW vintage. Come on Heiner, taste it !!!« /// Auf dem rechten Ufer haben die besten Kalksteinterroirs Saint Emilions und die Feuchtigkeit speichernden kühleren Lehmböden des Pomerol grandiose Ergebnisse eingefahren. Die Merlot war mehr als superb in Pomerol, vielleicht ein »best ever«, weil 2025 trotz der Mini-Erträge doch saftiger ist als 2022. Dafür litt Cabernet in Pomerol auf sandigen Böden unter der Trockenheit, auf feuchtem Lehm und Ton und auf Kiesböden war alles fein, allerdings auch hier sehr kleine Erträge. Auf Kalkstein war die Cabernet Franc der großartigen Merlot sogar überlegen, so gut war das Ergebnis dieser Rebsorte noch nie sagt der Castillon-Biodynamiker Clos Louie und Adrien Beaulieu vom Bio-Weingut Château Coutet. DAS "Cabernet-Franc Jahr" 2025 sagen sie. Chateau Coutet und das ebenfalls biologisch arbeitende Jean Faure vergleichen 2025 sogar mit einem etwas balancierteren und konzentrierteren 2019 und setzen den Jahrgang 2025 ob seiner fruchtigen Saftigkeit und Frische mit geringem Alkohol sogar über 2022. Alles bei moderaten 13,5 Alkohol auf Kalkstein und moderaten 14 Grad Alkohol auf Lehm und Sand und Kies in Pomerol. Auf Kalkstein in Saint Emilion und Castillon, dem in 2025 wohl perfekten Terroir, gab es sogar halbwegs normale Mengen. In Pomerol hat die Trockenheit ihren Tribut in Form von 30% Ernteeinbußen gefordert. Reif, saftig, fruchtig, elegant, sehr balanciert trotz hoher Konzentration, aber eben sehr wenig. /// 2025 reiht sich ganz sicher ein bei den besten Bordeaux-Jahrgängen ever aus 2009, 2016 und 2022, und ist dabei einer der balanciertesten und ausgewogendsten Jahrgänge überhaupt. UND sehr früh zugänglich und charmant. So soll es sein! /// Aber die Winzer sagen auch, dass sie mit solch extremen Klimabedingungen und geringsten Erträgen, auf Dauer am Rande der Überlebensfähigkeit sind.

19
/20

Gerstl über: Chateau Valade Grand Cru

Was für eine noble reife Merlotfrucht die expressive aus dem Glas strahlt. Dichte schwarze Frucht nach Kirsche, Brombeere und Cassis vermischt mit etwas rotfruchtigen Aromen. Noble Kräuteraromen im Hintergrund. Es lässt sich bereits im Bouquet sehr gut erkennen, dass der Wein viel Kraft und eine beeindruckende Konzentration in sich trägt. Im Auftakt lässt sich dies sofort erkennen - was für ein Schwall aus fruchtigen Aromen. Die Säure lässt den Wein so elegant und tänzerisch erscheinen. Das Tanningerüst gibt dem Wein einen cremig weichen und verführerischen Trinkfluss. Unglaubliche Länge mit langanhaltenden Rückaromen. Im Finale zeigt er herrliche Röstaromen nach Schokolade und Kaffee. Ein hedonistischer Valade der trotz seiner Intensität so verspielt und grossem Genusspotential daherkommt. (pb)

Mein Winzer

Valade

Ein erst 2007 gegründetes Chateau von Cedric Valade aus Castillon. Drei kleine Plots mit Lehm auf Kalkstein, direkt neben Tour Saint Christophe gelegen, perfektes Kalksteinterroir. Gesamtgröße 5,8 Hektar, Durchschnittsalter der Reben über 30 Jahre. Nur der kleine zweite Teil des Weinguts bei Clos...

Chateau Valade Grand Cru 2025