In 2022 mit 95 Prozent Merlot und fünf Prozent Cabernet Franc. 14,5 Volumenprozent Alkohol. Dichte, reife, samtige Veilchen-Lakritz-Maulbeernase mit schwarzer Kirsche. Erstaunlich poliert und geschliffen das Ganze – sehr schick! Im Mund kommen Schlehe und hochintensive Sauerkirsche, dazu auch Himbeere. Ziemlich viel Grip, etwas trockene Tanninmassen, die aber poliert sind. Ein sehr harmonischer, balanciert Wein. Der Alkohol kommt nicht brandig rüber, sondern ist sehr gut integriert. Ein erstaunlich dichter Wein. Erst langsam schälen sich feine florale Elemente heraus, die rote Frucht kommt besser durch. Insgesamt ein ziemlich archetypischer Saint-Émilion. Gute Harmonie – und vor allen Dingen ein hervorragendes Preis-Leistungs-Verhältnis! *** Diese Domaine wurde erst 2007 von Cédric Valade aus Castillon gegründet, der auf Château Brisson geboren und großgeworden ist. Valade ist in Konversion zu Bio. Hier findet man ein perfektes Kalkstein Terroir von nur fünf Hektar, direkt vis-à-vis von Tour Saint Christophe, der auf gleichem Terroir inzwischen einen Kultstatus erreicht hat – zurecht, wie ich glaube. Die Reben sind im Durchschnitt an die 50 Jahre alt, reichen aber defacto von 25 bis 80 Jahre. Die Weine werden aus komplett entrappten Trauben spontan in Inox-Tanks vergoren. Zu 60 Prozent in neuen Barriques ausgebaut, 40 Prozent Zweitbelegung und ein Teil in 500 Liter Tonneaus.