55% Merlot, 15% Cabernet Sauvignon, 10% Malbec und 15% Cabernet Franc. Wie immer alles sehr selektiv per Hand gelesen. Klassisch vergoren im Betontank. Erstmals ist mit 2023 auch etwas Neuholz mit in der Cuvée, aber nur etwa 10%. Der Rest sind gebrauchte, zwei Jahre alte Barriques von Vieux Château Certan, was ja wie Robin auch zur Thienpont Familie gehört. 2023 gab es sehr starken Befall von Mehltau, wodurch es leider nur die Hälfte der Menge gibt, ähnlich wie 2021. Jan Thienpont arbeitet hier schon seit Jahren Bio, 2023 wird aber der erste Bio-zertifizierte Jahrgang sein. Die Merlot war besonders betroffen, deshalb ist hier auch viel weniger als üblich im Blend. Ein extrem geringer Ertrag von knapp unter 20 Hektolitern pro Hektar. Eine sehr feine und gleichzeitig expressive, dunkelfruchtige Nase. Schwarzkirsche mit Blaubeeren und etwas Zwetschge, gestützt von einer kühlen, ätherischen Ader. Minze und etwas Süßholz. Am Gaumen dann einerseits hedonistisch-saftig mit reifer Cassis, saftiger, konzentrierter Schwarzkirsche und einem Hauch Brombeere. Alles in absoluter Klarheit, dazu kommt eine grandiose Frische von vibrierender Säure. Ehrlich gesagt gefällt mir diese Cuvée sehr gut mit der leichten Cabernet-Dominanz, dadurch wirkt Robin in 2023 etwas würziger und kühler, vielleicht auch etwas spannender als im Vorjahr. Schöne Länge und mit griffiger Mineralität ausklingend. Ein balancierter, aber keinesfalls nur einfach saftiger Robin, sondern mit feiner Würze und guter Struktur bei viel köstlichem Schmelz. Robin ist angekommen auf dem Level der d'Aiguilhe und Clos Puy Arnaud, die Saat des Castillon-Pioniers Stephane Asseo geht unter ihren Freunden und jetzigen Besitzern Jan und Florian Thienpont (VCC) in biodynamischer Arbeit auf. Hinter Monbadon, Domaine de L'A und Clos Louis ein würdiger Verfolger! *** Dieses Vorreiterweingut Castillons wurde 1994 von Stéphane Asseo gegründet. Stéphane hat Castillon mit diesem legendären Robin auf die Weltkarte des Weins gebracht. 2005 ist der Weinmacher dann in die USA ausgewandert und hat in Paso Robles das Weingut L’Aventure aufgebaut, das inzwischen hochdekoriert und hochbewertet ist. Das 14 Hektar Weingut Robin geriet in Vergessenheit und wurde erst vor Kurzem wieder in die Weltelite gehievt, als ein Zweig der Familie Thienpont (Vieux Château Certan, Le Pin, Puygueraud…) dieses Weingut erworben hat. Jan und Florian Thienpont widmen neben ihrer Tätigkeit als Négociants alle Aufmerksamkeit diesem Kleinod. In der Zwischenzeit sind natürlich Nachahmer wie Château d’Aigulihe, Clos Puy Arnaud, Domaine de L’A und einige andere, inzwischen hochdekorierte Castillon-Weingüter, an Robin vorbeigezogen. Das wird sich sicherlich wieder ändern. Die aktuelle Dichtpflanzung bringt winzige Erträge von circa 15 Hektoliter pro Hektar. Das Château ist ein Amphitheater auf dem Plateau von Castillon. Der Nachbar ist der Biodynamiker Clos Puy Arnaud. Robin liegt auf reinem Kalkstein mit einer leichten Sand-, Kies- und Lehmauflage. Alle Trauben werden per Hand gelesen, die spontane Gärung geschieht in kleinen offenen Holzgärständern und in temperaturregulierten Betongärständern. Pump over, keine harte Extraktion. Die malolaktische Gärung und der zwölfmonatige Ausbau finden im Barrique statt, davon ist nur ein kleiner Anteil Neuholz.