In einer ganz großen Reihe bei einem Négociant probiert, sticht Malescot extrem positiv heraus. In diesem eher feinen Jahrgang, der so dahinplätschert, ist Malescot ein richtiger Kracher, aber ohne Schärfe oder raues Tannin, sondern nur hochintensiv mit satter schwarzer Kirsche in der Nase. Erdigkeit dahinter, nicht zu scharfe Lakritze und eine gute Veilchenspur. Fein und doch intensiv und voluminös. Der Mund ist nochmals deutlich intensiver, wow! Ein satter Ansturm von Schwarzkirsche mit Sauerkirsche darunter, mit roter und schwarzer Johannisbeere. Und trotzdem hat der Wein nichts Raues, die Tannine sind reichlich, aber samtig, seidig und verspielt. Der ganze Mund wird von der tollen Frische und der Fruchtsäure eingenommen. Sehr lang mit toller Mineralität und toller blumiger Fruchtigkeit. Der Wein steht für Minuten… Nein, das ist kein Blockbuster, das ist nicht 2022, 2020, 2019 oder 2018, sondern Feinheit pur mit hoher Intensität in Frucht. Hedonismus ohne Fett, Hedonismus in schöner Everybody’s Darling Form. Eine Ode an die Freude und ganz sicher einer der besten Margaux.