100 Prozent Merlot. Der Alkoholgehalt liegt bei 13,5 Volumenprozent, der pH-Wert bei 3,6, die Säure bei 3,7. Es gab nur einen winzigen Ertrag von 20 Hektolitern. Im Sommer gab es einen krassen Verlust der Erntemenge durch Hagel. Die Lese fand im September statt. In den sehr erfolgreichen Jahren ist dieser Wein immer der absolute Primus in Lalande Pomerol. Zumindest in meinen Verkostungen. Er schlägt irgendwie alles – dieser L’Ambroisie ist ein ganz großer Wein. Schwarz mit rubinroten Reflexen. Intensive Merlot-Nase, das heißt satte schwarze Kirsche und reife Zwetschge. Viel Veilchen, floral, dicht und opulent. Schon in der Nase fein im Gerbstoff. Nichts Raues aufzeigend, sondern eher ein opulente Fruchtsüße und eine satte Aromenfülle. Der Mund nur Kirsche, Schwarzkirsche und Sauerkirsche. Dann ein bisschen Schlehe. Tolle Frische! Immer mehr kommt rote Frucht durch. Die Sauerkirsche ist letztlich die Dominante. Aber in einer so großen Opulenz und Reichhaltigkeit, dass es doch erstaunt. Das Ganze immens schick! Die Tannine sind total poliert, man hat hier so gut wie gar nicht extrahiert – nur Free Run Juice. Und dazu das Top-Lesegut. Sehr schicker L’Ambroisie! Deutlich weniger wuchtig und intensiv als der grandiose 23er. Dennoch ist 2024 eine unglaubliche Freude, ein purer Genuss. Ein Leckerli mit erotischer Opulenz und Fülle. Konzentrierte rote Frucht, aber ohne jede Rauheit. Einfach nur schick, dicht und pikant und lang. Mit salzigem Nachhall, Karamelle und Akazienhonig. Alles rollt wieder hoch… Der Wein stiftet nur Freude und er ist eindrucksvoll für den Anfänger wie für den Profi. “Just have fun“ auf ganz hohem Niveau. Ein Zechwein par excellence! *** Das sind zwei Hektar 80-100 Jahre alte Reben in Lalande Pomerol. Nur zwei Hektar auf sehr eisenhaltigen Lehmböden auf Kalkstein. 100% Merlot im Besitz der Familie Trocard, die auch Clos de la Vieille Eglise in Pomerol bewirtschaften. Wahrscheinlich der älteste noch erhaltene Weinberg in Lalande-de-Pomerol mit einer Gesamtproduktion von klar unter 2000 Flaschen. Eine absolute Rarität. Das Durchschnittsalter der Reben liegt bei 100 Jahren, die ältesten Reben sind 120 Jahre alt. Das Ganze wird natürlich von Hand gelesen, der Weinberg organisch bearbeitet und mit dem Pferd gepflügt. Es wird auch per Hand entrappt. Die Beeren wandern danach komplett ins neue Barrique und werden auch hierin vergoren. Die Fermentation wird natürlich spontan durchgeführt. Das Ganze bleibt für 5 Wochen im Barrique. Danach wird abgezogen und der Wein danach zur Malo wieder in das gleiche Fass eingefüllt. Daraufhin folgt eine Lagerung im Fass für 18 Monate ohne Bâtonnage. 30 Prozent Neuholz und 70 Prozent einjähriges Holz. Es ist ein besonders feines, dichtes Holz. In früheren Jahren war L’Ambroisie extrem beeindruckend, wenngleich auch etwas monolithisch.