100 Prozent Merlot. 26 Hektoliter Ertrag pro Hektar in 2022. Am 23. September in einem Rutsch gelesen. 30 Tage im Edelstahl vergoren und dann 12-monatiger Ausbau in 50 Prozent neuem Holz. Es gibt nur 8.000 Flaschen. Die Nase ist deutlich extrahiert mit Schwarzbrot, Pumpernickel, Brombeere und Cassis. Dicht, voluminös und wuchtig! Viel Schwarzkirsche, viel Lavendel und Veilchen dahinter. Ziemlich satt und sehr archetypisch. Im Mund deutlich höhere Eleganz, man merkt den reinen Kalkstein darunter. Salzig, fein, poliert und tänzelnd – ein extrem schicker Wein! Eine Ode an die Freude in dieser Verspieltheit. Merlot nicht zum Niederknien, aber in spielerischer Leichtigkeit. Eine wirkliche Delikatesse, aber durchaus mit Wucht und Fülle, was für eine Schönheit! Nichts schmerzt, nichts ist grün, alles ist reif und trotzdem ist es so fein. Ein verspielter und zugleich reicher Traumwein – wunderbar und mindestens so groß wie der geniale 2020er, eher sogar besser wegen der höheren Pikanz aus Reife, Tannin und Frische. Groß! *** Lafon la Tuilerie sind 2,2 Hektar an den unteren Hängen von Saint-Émilion, kurz vor Castillon. Kalkstein im oberen Bereich, etwas Lehm im unteren Bereich. Das Weingut war früher im Besitz von Pierre Lafon. 2018, nach zwei Katastrophenjahren in Folge (2017 Frost, 2018 Mehltau), musste Pierre aufgeben und hat an Silvio Denz verkauft, den Besitzer von Peby Faugères. Qualitativ und inhaltlich hat sich nichts geändert. Es gibt maximal 4.000 Flaschen von diesem Elixier aus 100 Prozent Merlot. Ausgebaut wird in einem Drittel Neuholz und zwei Drittel gebrauchtem Holz. Die Mazeration wird ganz geduldig über vier bis fünf Wochen laufen gelassen. Es wird nicht übergepumpt und der Wein nie hart gepresst. Es wird quasi nur aus dem Free Run Juice genommen, ohne Pressen, um keine harten Tannine aus den Kernen zu extrahieren.