La Voute: Chateau La Voute Grand Cru 2025

Chateau La Voute Grand Cru 2025

Holzkiste

Zum Winzer

Merlot 100%
rot, trocken
15,0% Vol.
Trinkreife: 2032–2058
Verpackt in: 12er OHK
strukturiert
pikant & würzig
fruchtbetont
Lobenberg: 99–100/100
Yves Beck: 96–97/100
Vinum: 94–96/100
Frankreich, Bordeaux, Saint Emilion
Allergene: Sulfite,
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Chateau La Voute Grand Cru 2025

99–100
/100

Die 100 Prozent Merlot vom reinen Kalkstein sind so unendlich fein in der Nase… 2025 ist einfach ein unglaubliches Jahr! Eine Kombination des Charmes von 2023 mit der Aufregung und Spannung von 2019. So schick! Die Nase vibriert mit Brombeere, schwarzer und roter Johannisbeere, Sauerkirsche und schwarzer Kirsche. Alles extrem fein… Der Anteil an Neuholz im Ausbau wurde von Thomas Duclos auf 50 Prozent gesenkt. Die Trauben werden komplett entrappt. Nur sanftes Überpumpen während der Fermentation. Diese Sanftheit kommt dem Wein enorm zugute. Der Mund vibriert mit Sauerkirsche. Unendlich fein mit toller Säure und toller Frische. Dann kommt auch rote Johannisbeere und erst langsam gesellen sich schwarze Kirsche, Brombeere und süße Maulbeere dazu. Karamelle, Garrigue und Kräuter der Provence. Ein salziges Finale mit Orangenzesten und einer genialen Frische aus roter Frucht. Der Alkoholgehalt liegt bei nur 13,5 Volumenprozent. Vom 2025er gibt es ungefähr 15.000 Flaschen. La Voute ähnelt – das ist kein Wunder ob der Nähe – sehr stark Château Valandraud. Ich würde sie auch auf denselben Level setzen. Ein phänomenaler Wein mit einer grandiosen Länge und unendlichen Finesse in seiner Dichte, Reichhaltigkeit und Opulenz. Im Grunde ein bisschen eine Symbiose aus einem Saint-Julien und einem reichen Pomerol. So wie Valandraud, der Nachbar, ja auch gestrickt ist. Der 2025er ist nochmal ein kleiner Sprung gegenüber dem grandiosen 2022er. Auch der geringere Neuholzanteil und die sanftere Vinifikation kommen dem Wein sehr zugute. Nahe der Perfektion! *** La Voute ist ein Kleinst-Weingut in Saint-Etienne de Lisse mit nur 3,5 Hektar Reben, das ganz am Rande der Appellation Saint-Émilion liegt, kurz vor Castillon. In der Nachbarschaft De Pressac und Château Valandraud, danach geht es runter nach Castillon und Clos Louie. La Voute wurde im Februar 2025 an eine Investorengruppe aus der Bretagne verkauft, die auch Château Pontac Monplaisir, das Stadtweingut direkt in Bordeaux, gekauft haben. La Voute liegt auf allerbestem Terroir in Saint-Émilion – reiner Kalkstein. Von Anfang an wurde Thomas Duclos, der geniale Önologe des rechten Ufers, dazugeholt. Ab dem Rebschnitt wurde alles von ihm begleitet. Ziel ist es, innerhalb der nächsten fünf Jahre, Grand Cru Classé zu werden. Bei der extremen Qualität der letzten Jahre ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch. 100 Prozent Merlot, alles an einem Stück rund um das Château gelegen. Die Reben sind im Schnitt 35 Jahre alt.

Jahrgangsbericht

Was für ein Jahrgang! Perfektes Wetter und Klima von Beginn an, reichlich Wasser im Winter und Frühjahr, gute Blüte, sich langsam steigernder Sommer inklusive, wie so oft, etwas zu viel Trockenheit und Hitze, zum Glück dann gerade noch rechtzeitig reanimierende Schauer Ende August und Anfang September. Etwas extrem nur, am linken Ufer nicht so brutal wie 2022, und doch intensiver und perfekter und etwas massiver und druckvoller als 2023 und 2024, sehr 2016er Stil! Viel besser geht es nicht. /// Auf dem rechten Ufer eher eine Wiederholung von 2022. Nach den bis dahin größten, massiven Jahrgängen 2005, 2009 und 2010, den elegant archetypischen, perfekte balancierten konzentrierten 2016 und feinerem 2020, dem spannend aufregenden Unikats-Jahrgang 2019, dem »best ever« 2022, dem umarmenden Supercharmeur 2023 und dem schlanken, reifen und zarten 2024, kommt 2025 wie bestellt und auf Samtpfoten mit einem eigenen Charakter daher. Die konzentrierte Eleganz und große Harmonie und Frische aus 2016 kommt auf dem linken Ufer dazu, ergänzt um die, sich nach der Gärung schon zeigende, erstaunlich frühe Zugänglichkeit und seidige Eleganz mit fruchtig, charmant saftigem Trinkfluss. /// Er scheint auf dem rechten Ufer den ewig lagerfähigen Tannin-Blockbuster (bei sehr moderater Säure) des Hyper-Jahrgangs 2022 (die Reinkarnation von 1982 und 1961 und 1945) zu kopieren, auf dem linken Ufer den 2016er, aber doch auch mit dem viel saftigeren und charmant umarmenden 2023er vereint. 2025 scheint dazu die Spannung und Frische bei sehr moderatem Alkohol (13 Grad) aus 2019 zu ergänzen, und dieser erstaunlich geringe Alkohol ist schon ein Merkmal der Perfektion. Die konzentrierte Eleganz und große Harmonie und Frische aus 2016 kommt auf dem linken Ufer dazu, ergänzt um die, sich nach der Gärung schon zeigende, erstaunlich frühe Zugänglichkeit und seidige Eleganz mit fruchtig, charmant saftigem Trinkfluss. /// Am linken Ufer gibt es ein Drittel weniger Menge als im Durchschnitt, kleinste Beeren, viel Struktur in den Cabernets, aber dank des späten Regens und einiger segensreicher Regensommerstürme auch eine gewisse Frische und Saftigkeit bei toller Reife und Frucht mit perfekter, mittlerer Säure und nur 13 Grad Alkohol. Jean Marc Quarin, Frankreichs Verkostungs-Star: »... eher dem Jahr 2016 ähnlich als 2022 – mit vergleichbaren Alkoholgraden zwischen 13,0 und 14,0 % und ähnlich niedrigen pH-Werten, gleicht 2025 einem 2016(+) mit mehr Präsenz schon beim ersten Eindruck, einem volleren, breiteren Mittelgaumen, einem ansteigenden Verlauf und längeren Abgängen.« Die Werte und Geschmackseindrücke der telefonischen Reports der »Superseconds« von Montrose und Pichon Lalande sowie Pontet Canet erinnert an 2020 und 2016. /// Meine allerersten Eindrücke Ende Januar bestätigen die große Ähnlichkeit mehr zu 2016, etwas konzentrierter und dichter als 2020. Ein perfektes Jahr und ein einfach superber Jahrgang 2025, allerdings mit sehr geringen Mengen. Reife, extrem fruchtige Merlots mit spät voll reifender, pikanter Cabernet und winzigen Erträgen. /// Im Süden, in Pessac, klingt es sogar euphorisch. Der biodynamische Régisseur von Château Carmes Haut Brion, Guillaume Pouthier, schrieb mir im Oktober: »2025 is a very very great vintage because the wine (after 30 days in the vat) comes with a perfect balance, huge and very fine structure, a lot perfume and already an amazing drinkability. It’s a PARADOX vintage because all the people think we find a lot of alcohol in the wine but the average for Carmes is only 13°. It’s a WOW vintage. Come on Heiner, taste it !!!« /// Auf dem rechten Ufer haben die besten Kalksteinterroirs Saint Emilions und die Feuchtigkeit speichernden kühleren Lehmböden des Pomerol grandiose Ergebnisse eingefahren. Die Merlot war mehr als superb in Pomerol, vielleicht ein »best ever«, weil 2025 trotz der Mini-Erträge doch saftiger ist als 2022. Dafür litt Cabernet in Pomerol auf sandigen Böden unter der Trockenheit, auf feuchtem Lehm und Ton und auf Kiesböden war alles fein, allerdings auch hier sehr kleine Erträge. Auf Kalkstein war die Cabernet Franc der großartigen Merlot sogar überlegen, so gut war das Ergebnis dieser Rebsorte noch nie sagt der Castillon-Biodynamiker Clos Louie und Adrien Beaulieu vom Bio-Weingut Château Coutet. DAS "Cabernet-Franc Jahr" 2025 sagen sie. Chateau Coutet und das ebenfalls biologisch arbeitende Jean Faure vergleichen 2025 sogar mit einem etwas balancierteren und konzentrierteren 2019 und setzen den Jahrgang 2025 ob seiner fruchtigen Saftigkeit und Frische mit geringem Alkohol sogar über 2022. Alles bei moderaten 13,5 Alkohol auf Kalkstein und moderaten 14 Grad Alkohol auf Lehm und Sand und Kies in Pomerol. Auf Kalkstein in Saint Emilion und Castillon, dem in 2025 wohl perfekten Terroir, gab es sogar halbwegs normale Mengen. In Pomerol hat die Trockenheit ihren Tribut in Form von 30% Ernteeinbußen gefordert. Reif, saftig, fruchtig, elegant, sehr balanciert trotz hoher Konzentration, aber eben sehr wenig. /// 2025 reiht sich ganz sicher ein bei den besten Bordeaux-Jahrgängen ever aus 2009, 2016 und 2022, und ist dabei einer der balanciertesten und ausgewogendsten Jahrgänge überhaupt. UND sehr früh zugänglich und charmant. So soll es sein! /// Aber die Winzer sagen auch, dass sie mit solch extremen Klimabedingungen und geringsten Erträgen, auf Dauer am Rande der Überlebensfähigkeit sind.

Verkostungsnotiz
96–97
/100

Yves Beck über: Chateau La Voute Grand Cru

Die Finesse und Subtilität des Bouquets von La Voûte bereiten mir unendliche Freude – aus ganz persönlichen Gründen natürlich, da ich schon immer (und auch weiterhin) freundschaftliche Beziehungen zu diesem Weingut pflege und es nie einfach ist, einen Cru wieder aufzunehmen, der es bis in die Sphären der Exzellenz geschafft hat. Die Ausbaunoten wirken im Hintergrund und ihr Beitrag ist von unschätzbarem Wert, denn sie lassen die vorhandenen Elemente zur Geltung kommen, sorgen für Vielschichtigkeit und unterstreichen die Tiefe. Am Gaumen glänzt der Wein durch seine Energie, seine Tiefe und den Glanz, den ihm das Terroir verleiht. Alles wurde perfekt aufgenommen, interpretiert und weitergegeben. Vielleicht fehlt noch eine gewisse Herzlichkeit, aber da bewegen wir uns schon in zu relativen Sphären. Ich danke allen Beteiligten ganz herzlich dafür, dass sie alles, was bisher geleistet wurde, respektiert haben. Ich sehe Fenster, die Raum für noch mehr Dimensionen lassen. Ein ganz großer La Voûte!

94–96
/100

Vinum über: Chateau La Voute Grand Cru

Komplexe Nase, reiffruchtig, dennoch mit kühlem Ausdruck, dunkle Beeren, Lavendel, subtile Röstnoten; kompakt am Gaumen, saftig, präzis, feinste Tannine, füllig, Opulent, dabei nicht schwerfällig, kalkig geprägtes, rotfruchtiges Finale. Sehr elegant. (Trinken von 2030 bis 2060)

Mein Winzer

La Voute

Château La Voûte ist ein Kleinst-Weingut in Saint-Etienne de Lisse, das ganz am Rande der Appellation Saint-Emilion liegt, kurz vor Castillon. In der Nachbarschaft Tertre de la Mouleyre und Château Valandraud. Kurz danach geht es runter nach Castillon und Clos Louie.

Chateau La Voute Grand Cru 2025