51,7 Prozent Cabernet Sauvignon, 43,2 Prozent Merlot und 5,1 Prozent Cabernet Franc. Druckvolle rote Beerennase, aber nicht laut, sondern leise und geschliffen. Satte Himbeere, Erdbeere und rote Kirsche, dazu Schlehe, aber alles auf der vibrierend-feinen und zarten Seite. Dahinter superfeine und polierte schwarze Kirschen, ein bisschen Maulbeere und Cassis. Eine ultrafeine Nase! Helle Lakritze, jenseits der Dominanz, sondern eher als Süßholz daherkommend. Nur Riechen reicht… Auch der Mund ist ultrafein. Man würde denken, dass hier Rappen mitvergoren wurden, das ist aber nicht der Fall. Dieser La Mission ist der wahre Wettbewerber vom Carmes Haut-Brion. Nur dass der Les Carmes höchstwahrscheinlich den halben Preis kostet und noch etwas spannender mit seinen 70 Prozent Rappen daherkommt. Aber dieser La Mission verliert sich im Unendlichen – unendlich schick und verspielt! Staub und Kalkstein, Regen auf heißer Straße. Sicherlich zusammen mit dem Carmes Haut-Brion das Verspielteste, das wir in diesem Jahr an Bordeaux probieren konnten. Aber auf der anderen Seite muss er sich auch mit einem druckvolleren Seguin messen, der einfach in der gleichen Liga spielt und so unverschämt viel billiger ist. All das ändert nichts daran, dass dieser La Mission ein ganz großer Wein ist. Ein verspieltes Wunderwerk, wie schon Carmes Haut-Brion. 100+/100 *** Die gut 20 Hektar von La Mission Haut-Brion sind im Besitz der Familie Dillon, zu deren Imperium auch Haut-Brion gehört.