100 Prozent Merlot. Der Ausbau geschieht für 18 Monate in 50 Prozent neuen Barriques und 50 Prozent gebrauchten Holzfässern. 13 Volumenprozent Alkohol. Die Nase ist eindeutig mehr auf der feineren Seite als 2022 oder 2023. Wir sind hier so schick in der Kirsche und in der roten Frucht! Waldhimbeere, Herzkirsche, ein wenig Sauerkirsche und Waldhimbeere. Ganz fein! Dann kommen schwarze Kirsche und helle Lakritze, dazu sehr florale Noten. Frischer rotfruchtiger Mund. Ein Pomerol wie ein Domaine de Chevalier aus Pessac-Léognan. Die besten Pomerol aus dem Jahrgang sind so unendlich schick, so burgundisch, so auch dieser Wein. Verspielte Finesse mit roter Frucht… Eine Köstlichkeit – delikat und raffiniert! Mittlere Länge, feines Salz, leichte Honigspur und helle Lakritze mit etwas Milchschokolade und weißer Schokolade. Auch deutliche Noten von Holunder und ein ganz kleiner Hauch Rhabarber im Mund. Eine Ode an die Freude, ohne so ganz groß zu sein wie 2022, dafür leckerer und finessenreicher. Einfach nur schick, verspielt, extrem geschmackvoll und aromatisch! *** Château La Croix ist ein Weingut der Familie Janoueix. Jean-Philippe Janoueix ist persönlich verantwortlich für die Weinberge und den Keller. Berater ist Thomas Duclos. Es ist ein winziges Weingut mit 7,5 Hektar mitten in Catusseau, direkt neben Beauregard. Seit Ewigkeiten ein Geheimtipp. Schwer zu finden, da der Wein nicht über den Place Bordeaux läuft, sondern nur über wenige exklusive Importeure vertrieben wird. Das ist das klassische Old Fashion Weingut in Sachen Vinifikation. Aber das basiert natürlich auf dem Terroir. Früher wurden Sandböden in Pomerol verpönt, gerade in den 70ern und 80ern. In feuchten und zu kühlen Jahrgängen blieben die Weine von den Sandböden zu leicht und meist auch etwas grün. Erst im Lauf des Klimawandels stellte sich heraus, dass diese Böden hervorragend geeignet sind und sowohl grandiose Finesse hervorbringen als auch die Wärme und die Reichhaltigkeit der Jahrgänge. Die Weine von diesen Böden, wie jene von La Croix, dem Nachbar Beauregard, Château Mazeyres oder sogar Le Pin, ein in Steinwurfentfernung liegender Nachbar, bringen eine wahnsinnige Verspieltheit. Sie brauchen aber warme Jahrgänge. Seit 2015 gehören die Domaines von diesen Böden immer mehr zum Allerbesten der Appellation. Sandböden auf Kalkstein, so gut wie kein Lehm, nur etwas, aber kein schwerer Lehm. Die Reben sind im Durchschnitt 45 Jahre alt. Der Wein wird klassisch im Zement spontan vergoren. Nach der Gärung bleibt der Wein noch drei Wochen auf den Schalen. Der Ausbau geschieht nur zum Teil in neuem Holz, seit 2015 überwiegend in Stockinger Holzfässern von 1500 bis 2500 Litern, um weiter vom Holzeinfluss wegzugehen. Nur ganz vorsichtiges Pumpover während der Vergärung. Ab 2017 trat der neue Önologe in das Weingut ein, der zuvor auf Clinet sieben Jahre lang verantwortlich war. Ein ausgewiesener Großmeister der Finesse, was natürlich für La Croix perfekt passt. Das Weingut wird immer noch von den Eltern von Jean-Philippe bewohnt. Sie nehmen auch nach wie vor Einfluss auf die Vinifikation. La Croix ist ein fast reinsortiger Merlot, der allerdings teilweise bis zu fünf Prozent Malbec dabei hat.,