Alles sehr alte Reben am Fuße der Berge von Gigondas, seit Jahrhunderten ist die Domaine im Familienbesitz. In Gigondas ist es Vorschrift, dass mindestens 50% Grenache enthalten sind. Bei Saint Cosme sind es 70%, dazu kommen rund 14% Syrah, 15% Mourvedre und 1% Cinsault. Die spät reifende Mourvedre wird im Gigondas und dessen Berglagen so gerade eben reif, sie gibt aber eine schöne Würze und bringt eine elegante Struktur, wenn sie reif ist. Mourvedre nimmt im südlichen Rhone-Delta aber wegen der Klimaerwärmung gerade dramatisch zu. Durch die höhere Wärme ist diese spätreifende Traube inzwischen perfekt angekommen. Bei Louis Barruol wird alles aus Gigondas als Ganztraube inklusive Rappen vergoren, natürlich spontan. Der Ausbau erfolgt wie üblich im Barrique, zum Teil neues Holz. Sie sind organisch, aber sie sind nicht zertifiziert. Nicht nur rote Himbeere und Brombeere, sondern auch ein bisschen Cassis und sehr viel Eukalyptus und Minze, grünes Zigarrendeckblatt. Komplex und saftig, tolle Nase, sehr grenache-lastig fruchtexpressiv und duftig. Fast etwas Rosenduft und auch Veilchen. Unterholz, Rappen, große Frische. Auch noch etwas vom Holz geprägt, feines Toasting. Im Mund eine sehr frische rote Fruch zur dunklen Frucht, Himbeere und Brombeere, etwas Cassis und Blaubeere. Sehr reich in der Aromatik, dennoch ungeahnt fein und kühl und allerfeinstes Tannin dazu. Geschliffen, burgundisch, ein frischer Morey Saint Denis, ein Touch allerfeinsten Barbaresco darunter. Kräuter der Provence, Garrigue, Unterholz, neues Barrique, satte schwarze Kirsche, üppig, reif, reichhaltig und dabei so gar nicht dick und fett, nur charmant und fein und seidig, frische Finesse total. Ich wusste vorher nicht, dass Gigondas so fein sein kann, ich fühle mich ein wenig an Gourt de Mautens aus Rasteau erinnert, meine persönliche Benchmark der Südrhône. Louis, was für ein feiner, feiner Wein! 95-96/100