70 Prozent Merlot und 30 Prozent Cabernet Franc. Der Alkoholgehalt liegt bei 14 Volumenprozent, pH-Wert 3,4. Der Ertrag lag bei 31 Hektoliter pro Hektar. Die Nase ist so sehr 2025: so unendlich fein! Merlot-Dominanz, trotzdem kommt ein roter Schimmer von Walderdbeere und Waldhimbeere durch die satte Schwarzkirsche, welche die Grunddominante ist. Auch ein bisschen Blaubeerschalen, süße Maulbeere, darunter aber klar die Schwarzkirsche. Opulent, hedonistisch und erotisch, aber nicht fett, sondern sehr fein… Schon jetzt spürbar: Keine rauen Gerbstoffe und Tannine, sie sind einfach nur fein, reichlich, dicht und reif, voller Finesse und Spiel! Maracuja und Sanddorn darunter, dazu Orangenzesten. So eine feine, schicke Nase! Diese Mischung aus Sinnlichkeit, Tiefe und tänzelnder Eleganz ist schlicht betörend. Im Mund ist das noch spielerischer als die Vorgängerjahre. So unendlich fein, trotzdem ziehen sich die Augen zusammen ob dieser Pikanz! Toller Grip, tolles Salz mit grandioser Länge. Das ist Pomerol in einer ultrafeinen Ausprägung. Schwarze Kirsche wird ergänzt durch Himbeere, Walderdbeere und auch ein bisschen rote Johannisbeere. Wieder kommt Sanddorn, dann helle Lakritze und etwas Nutella. Aber die Finesse ist klar die Dominante. So viel spielerisches Tannin! Und das gleichzeitig mit dieser pikanten, süß-sauren Schwarzfrucht. Der Wein macht unglaublich viel Freude und er erstaunt in seiner unglaublichen Luftigkeit und Leichtigkeit! Ich bin mal sehr gespannt auf morgen, wenn wir Église Clinet probieren, wie sich das daneben macht. Église Clinet geht ja immer zu 100 Prozent auf neues Holz und wird daher sicherlich etwas amerikanischer in der Ausprägung daherkommen. Aber diese unendliche Feinheit im Clos de la Vieille Église fasziniert mich schon sehr. Und in 2025, mit dieser Finesse und Feinheit, fast Everybody’s Darling. Ein anspruchsvoller Wein, der aber jedem gefallen wird. Eine wirklich tänzelnde Schönheit! *** Ganze 1,5 Hektar umfassen die Weinberge von Clos de la Vieille Eglise, die inmitten der Rebflächen von Eglise Clinet liegen. Die Familie von Jean-Louis Trocard, in Person des Sohns Benoit, bewirtschaftet die Flächen organisch und händisch in reinster Form. Seit der finalen Eigentumskonzentration auf nur noch einen Familienzweig der Trocards im Jahr 2005 werden hier auf Pomerols vielleicht bestem Terroir seit einigen Jahren sensationelle Ergebnisse erzielt. Neben den berühmten Namen Pétrus, Lafleur, Le Pin, Vieux Château Certan und Trotanoy wahrscheinlich die kostbarsten Weinberge auf dem Plateau Pomerols. 40-50 Jahre alten Reben, 70% Merlot und zu 30% Cabernet-Franc ergeben jedes Jahr nur 6.000 Flaschen. Die Vergärung findet spontan im Beton statt. Die Maische wird für fast einen Monat im Beton vergoren. Der 18-monatige Ausbau zu 30 Prozent in neuen Barriques, zur 70 Prozent in gebrauchten. Wir haben hier einen recht lehmigen Boden, Molasse Fronsadais, weißer Lehm auf Kreide und Kalkstein.