Chateau Carmenere (Médoc) 2025
- Cabernet Sauvignon 72%, Carmenere 20%, Merlot 8%
- rot, trocken
- 13,5% Vol.
- Trinkreife: 2030–2050
- Verpackt in: 12er OHK
- voluminös & kräftig
- tanninreich
- strukturiert
- Lobenberg: 97–98+/100
- Gerstl: 19/20
- Frankreich, Bordeaux, Haut Medoc
- Allergene: Sulfite,
Abfüller / Importeur:
Chateau Carmenere, 20 Chemin de Lourtet, 33340 Queyrac, FRANKREICHZutaten:
Trauben Konservierungsstoffe / Antioxidantien: Sulfite (E220–E224)100ml enthalten durchschnittlich Brennwert 78 kcal / 326 kJ Kohlenhydrate 1,1 g Zucker 0,1 g Enthält geringfügige Mengen von Fett, Fettsäuren, Eiweiß, Salz
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Heiner Lobenberg über:
Chateau Carmenere (Médoc) 2025
/100
Das Besondere in diesem absoluten Topjahrgang ist, dass die Rebsorte Carmenère nun mit 20 Prozent an die zweite Stelle im Blend getreten ist. Das macht auch diese wunderbare Frische und diesen wunderbaren Angang in so feiner roter Frucht aus. Zur Carmenère kommen 72 Prozent Cabernet Sauvignon und acht Prozent Merlot. Der Merlot wurde zwischen dem 16. und 19. September gelesen. Carménère und Cabernet Sauvignon vom 22. bis zum 24. September. Der Ertrag lag bei 35 Hektolitern pro Hektar. Alkoholgehalt 13,5 Volumenprozent. Carmenère 2025 steht mit einem dunkel glänzenden Rubinrot mit schwarzen Reflexen im Glas. 2025 hat eine sehr reife, duftige Nase. Schlehe, viel rote Frucht mit reifer Walderdbeere, Sauerkirsche, aber auch süße und schwarze Kirsche. In Summe ist das extrem fein, keine Kanten, nichts ist rau, unreif oder grün. Einfach nur fein, leicht und beschwingt, luftig, trotzdem aromatisch duftig und voller Charme… Was ist nun das Besondere an 2025, an was erinnert es mich? Die wunderschöne reife und gleichzeitig spannungsgeladene rote Frucht im Mund hat Ansätze vom aufregenden, leicht nervösen 2019er. Trotzdem sind die Tannine in 2025 super geschliffen und extrem fein. Man hat Frische und Mineralität, viel rote Frucht und Grip dazu von roter Johannisbeere und Sauerkirsche. Aber eben auch Süße und ultrafeines, geschliffenes Tannin. Das ist irgendwo schon das Besondere des Jahrgangs 2025. Die Gerbstoffe sind komplett reif und fein, beschwingt, schwebend und seidig. Das ergibt einen luftigen Finesse-Wein mit viel Ambition, Grip und Vibration. Gleichzeitig ist er unendlich fein, schick und lang. Mit toller Säure aus Orangenzesten, Zitrusfrüchten und roter Johannisbeere, immer wieder hochrollend. Eine Ode an die Freude! Ein unendlich feiner, schicker Wein mit viel Anspruch. Burgund trifft Loire! Schicker feiner Schliff und Finesse treffen auf Mineralität, Grip und fantastische Säure. Nein, dieser Wein ist kein Riese, aber eine unendliche Köstlichkeit. So klar, so fein und gleichzeitig so präzise strukturiert – das ist 2025 in seiner schönsten Form. Eine der großartigsten Empfehlungen in der Appellation Médoc in diesem Jahr. Ich hoffe, dass wir gleich bei Clos Manou auf ähnliche Klasse treffen, denn sonst könnte Château Carmenère schon der Primus inter pares sein. Einfach superb und schick! *** Das junge Ehepaar Barraud von Château Carmenère arbeitet auch bei anderen Weingütern. Richard ist Weinbergsmanager von Château Haut Batailley in Pauillac. Die beiden Enthusiasten haben ihre 3,5 Hektar Rebberge im Médoc, nördlich von Pauillac, erst 2006 in Betrieb genommen. Château Carmenère, im obersten Bereich des Médoc gelegen, ist in zwischen seit einigen Jahren im Besitz einer optischen Nachsortier-Maschine, die im obersten Qualitätsbereich im Bordelais schon lange bekannt ist. Lasergesteuert, mit Luftschuss-Aussortierung. Diese gebrauchte Maschine kommt von Ducru-Beaucaillou, dort hat man sich neuere Technik gekauft. Das führt zusätzlich zur händischen Auslese zu weiteren 10 Prozent Ausschuss nicht vollreifer Beeren. Die Perfektion schreitet bei Richard immer weiter voran. Er ist im Grunde ein ähnlicher Extremist wie Stephane Dief auf Château Clos Manou. Extreme Weinbergsarbeit in Verbindung mit einer extremen Handauslese mit nachträglicher optischer Auslese. Einer der absoluten Superstars und trotzdem völlig unbekannt. Das Weingut arbeitet im Keller und im Weinberg voll biologisch. Beraten wird es vom besten Önologen des ganzen Médoc, Eric Boissenot, der auch alle Premier Crus berät und betreut. In der Assemblage ist auch immer ein Anteil Carménère enthalten, eine Rebsorte, die diesem Weingut seinen Namen gibt. Sie bringt eine ungeahnte Würze und Authentizität mit sich. Die Weine aus der Rebsorte sind speziell, spezifisch und ausdrucksstark, insgesamt bei den Winzern jedoch nicht so beliebt, da Ertrag und Beeren sehr klein sind. Carménère ist tanninreich und vor allem ausdrucksstark. Die Qualitätsfetischisten stehen auf die Rebsorte. Ausgebaut wird in 35 Prozent neuen Barriques. Die Vinifikation findet spontan im Zement statt, zuvor werden die Trauben komplett entrappt. Die Assemblage findet sofort nach der Fermentation statt, bevor es ins Holz geht und in die Malo.
Jahrgangsbericht
Was für ein Jahrgang! Perfektes Wetter und Klima von Beginn an, reichlich Wasser im Winter und Frühjahr, gute Blüte, sich langsam steigernder Sommer inklusive, wie so oft, etwas zu viel Trockenheit und Hitze, zum Glück dann gerade noch rechtzeitig reanimierende Schauer Ende August und Anfang September. Etwas extrem nur, am linken Ufer nicht so brutal wie 2022, und doch intensiver und perfekter und etwas massiver und druckvoller als 2023 und 2024, sehr 2016er Stil! Viel besser geht es nicht. /// Auf dem rechten Ufer eher eine Wiederholung von 2022. Nach den bis dahin größten, massiven Jahrgängen 2005, 2009 und 2010, den elegant archetypischen, perfekte balancierten konzentrierten 2016 und feinerem 2020, dem spannend aufregenden Unikats-Jahrgang 2019, dem »best ever« 2022, dem umarmenden Supercharmeur 2023 und dem schlanken, reifen und zarten 2024, kommt 2025 wie bestellt und auf Samtpfoten mit einem eigenen Charakter daher. Die konzentrierte Eleganz und große Harmonie und Frische aus 2016 kommt auf dem linken Ufer dazu, ergänzt um die, sich nach der Gärung schon zeigende, erstaunlich frühe Zugänglichkeit und seidige Eleganz mit fruchtig, charmant saftigem Trinkfluss. /// Er scheint auf dem rechten Ufer den ewig lagerfähigen Tannin-Blockbuster (bei sehr moderater Säure) des Hyper-Jahrgangs 2022 (die Reinkarnation von 1982 und 1961 und 1945) zu kopieren, auf dem linken Ufer den 2016er, aber doch auch mit dem viel saftigeren und charmant umarmenden 2023er vereint. 2025 scheint dazu die Spannung und Frische bei sehr moderatem Alkohol (13 Grad) aus 2019 zu ergänzen, und dieser erstaunlich geringe Alkohol ist schon ein Merkmal der Perfektion. Die konzentrierte Eleganz und große Harmonie und Frische aus 2016 kommt auf dem linken Ufer dazu, ergänzt um die, sich nach der Gärung schon zeigende, erstaunlich frühe Zugänglichkeit und seidige Eleganz mit fruchtig, charmant saftigem Trinkfluss. /// Am linken Ufer gibt es ein Drittel weniger Menge als im Durchschnitt, kleinste Beeren, viel Struktur in den Cabernets, aber dank des späten Regens und einiger segensreicher Regensommerstürme auch eine gewisse Frische und Saftigkeit bei toller Reife und Frucht mit perfekter, mittlerer Säure und nur 13 Grad Alkohol. Jean Marc Quarin, Frankreichs Verkostungs-Star: »... eher dem Jahr 2016 ähnlich als 2022 – mit vergleichbaren Alkoholgraden zwischen 13,0 und 14,0 % und ähnlich niedrigen pH-Werten, gleicht 2025 einem 2016(+) mit mehr Präsenz schon beim ersten Eindruck, einem volleren, breiteren Mittelgaumen, einem ansteigenden Verlauf und längeren Abgängen.« Die Werte und Geschmackseindrücke der telefonischen Reports der »Superseconds« von Montrose und Pichon Lalande sowie Pontet Canet erinnert an 2020 und 2016. /// Meine allerersten Eindrücke Ende Januar bestätigen die große Ähnlichkeit mehr zu 2016, etwas konzentrierter und dichter als 2020. Ein perfektes Jahr und ein einfach superber Jahrgang 2025, allerdings mit sehr geringen Mengen. Reife, extrem fruchtige Merlots mit spät voll reifender, pikanter Cabernet und winzigen Erträgen. /// Im Süden, in Pessac, klingt es sogar euphorisch. Der biodynamische Régisseur von Château Carmes Haut Brion, Guillaume Pouthier, schrieb mir im Oktober: »2025 is a very very great vintage because the wine (after 30 days in the vat) comes with a perfect balance, huge and very fine structure, a lot perfume and already an amazing drinkability. It’s a PARADOX vintage because all the people think we find a lot of alcohol in the wine but the average for Carmes is only 13°. It’s a WOW vintage. Come on Heiner, taste it !!!« /// Auf dem rechten Ufer haben die besten Kalksteinterroirs Saint Emilions und die Feuchtigkeit speichernden kühleren Lehmböden des Pomerol grandiose Ergebnisse eingefahren. Die Merlot war mehr als superb in Pomerol, vielleicht ein »best ever«, weil 2025 trotz der Mini-Erträge doch saftiger ist als 2022. Dafür litt Cabernet in Pomerol auf sandigen Böden unter der Trockenheit, auf feuchtem Lehm und Ton und auf Kiesböden war alles fein, allerdings auch hier sehr kleine Erträge. Auf Kalkstein war die Cabernet Franc der großartigen Merlot sogar überlegen, so gut war das Ergebnis dieser Rebsorte noch nie sagt der Castillon-Biodynamiker Clos Louie und Adrien Beaulieu vom Bio-Weingut Château Coutet. DAS "Cabernet-Franc Jahr" 2025 sagen sie. Chateau Coutet und das ebenfalls biologisch arbeitende Jean Faure vergleichen 2025 sogar mit einem etwas balancierteren und konzentrierteren 2019 und setzen den Jahrgang 2025 ob seiner fruchtigen Saftigkeit und Frische mit geringem Alkohol sogar über 2022. Alles bei moderaten 13,5 Alkohol auf Kalkstein und moderaten 14 Grad Alkohol auf Lehm und Sand und Kies in Pomerol. Auf Kalkstein in Saint Emilion und Castillon, dem in 2025 wohl perfekten Terroir, gab es sogar halbwegs normale Mengen. In Pomerol hat die Trockenheit ihren Tribut in Form von 30% Ernteeinbußen gefordert. Reif, saftig, fruchtig, elegant, sehr balanciert trotz hoher Konzentration, aber eben sehr wenig. /// 2025 reiht sich ganz sicher ein bei den besten Bordeaux-Jahrgängen ever aus 2009, 2016 und 2022, und ist dabei einer der balanciertesten und ausgewogendsten Jahrgänge überhaupt. UND sehr früh zugänglich und charmant. So soll es sein! /// Aber die Winzer sagen auch, dass sie mit solch extremen Klimabedingungen und geringsten Erträgen, auf Dauer am Rande der Überlebensfähigkeit sind.
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Gerstl über: Chateau Carmenere (Médoc)
Die gewohnt würzige Aromatik von Carmenère befindet sich in einem herrlichen Zusammenspiel mit der schwarzen Frucht von Kirsche, Zwetschge und Holunder. Dahinter rote Frucht von Sauerkirsche und Johannisbeere. Die Frische verleiht dem Wein einen unbeschreiblichen Charme und eine entsprechende Strahlkraft. Was für eine sinnliche und tiefgründige Duftwolke, die hier den Genießer verwöhnt. Was für eine Terroirfülle und eine atemberaubende Energie in diesem Wein. Harmonischer und sinnlicher Auftakt wo sich sofort die trinkfreudige Balance des Weines zeigt. Die saftige Säure und die cremig feinen Tannine geben dem Carmenère einen noblen Trinkfluss. Die Aromenfülle ist überwältigend und zeigt die Kraft des Jahrgangs. Hier haben wir Power ohne Ende und doch wirkt der Wein so unbeschreiblich elegant und tänzerisch. Mit dem Jahrgang 2025 präsentiert sich der Wein sehr sinnlich und verführerisch - hier stimmt einfach alles. (pb)
Carmenere
Das Weingut Carmenere gehört der Familie Richard Barraud. Die Weinbergs- und Kellerberatung erfolgt durch niemanden geringeren als den befreundeten Erich Boissenot, der berühmte 1er-Cru-Beraters aus dem Medoc. Das Ehepaar Barraud arbeitet auch bei anderen Weingütern, Richard ist der Weinbergsmanager...