Nach einem milden, und recht regnerischen Frühling, wurde es Mitte Mai wärmer und trockener. Blüte vom 5. bis 10. Juni. Der Sommer blieb zunächst insgesamt kühl, erst im August gab es eine intensivere Hitzeperiode. Einige Parzellen sind stark verrieselt, was schließlich zu Ernteausfällen von etwa 40% führte, der Gesamtertrag liegt damit bei nur 33hl /ha. Gute, konstante, wenn auch recht kühle Temperaturen im Herbst sorgten für eine lange Ernte. Beginn am 2. Oktober mit Marlot, die Cabernet Sauvignon folge am 14, Oktober. Abschluss mit Lese der Carmenère am 16. Oktober. Die Trauben wurden komplett entrappt und Beere für Beere mit optischem System penibelst selektiert. Ausbau im Barrique für 24 Monate mit einem Neuholzanteil von 40%, der Rest in einjährigem Holz. Chateau Carmenere ist häufig ein recht kräftiger, eher maskuliner Wein – 2024 ist anders, positiv anders! Schon die Nase ist verspielt duftig, dabei so versammelt in dieser Feinheit. Veilchen, aber auch helle Blüten. Dazu die transparente Frucht von Herzkirsche, etwas Zwetschge, helle Lakritze, nur dezente Cassis. Durchaus dunkel aber immer wieder mit hellen, rotfruchtigen Einschüben. Im Mund auch total auf Feinheit laufend: Saftige, geradlinige, salzummantelte Frucht. Brombeere mit roter Johannisbeere, einem Hauch Sauerkirsche. Holunder mit Kakao. Der Wein gleitet in seiner feinen, sehr geschliffenen Tanninstruktur nur so über die Zunge. Animierend und einfach lecker in dieser Leichtigkeit des Seins, dennoch genug Fruchtdruck in der Mitte zeigend für genug Länge im Nachhall. Ein wirklich eleganter und balancierter Carmenere.