Le Méal ist 100 Prozent Marsanne aus uralten Reben. Die Parzelle liegt in der Mitte des Hermitage in Südexposition und ist der steilste Abschnitt des weltberühmten Weinbergs. Im oberen Teil bestehen die Blöden aus Sand und Kies. Die Reben stehen zu 100 Prozent bergabwärts, aber zwischendrin sind Terrassen angelegt, damit der ganze Sand und der Kies nicht heruntergeschwemmt werden. Le Méal ist zu steil, um mit dem Pferdepflug zu arbeiten, stattdessen wird eine Raupe eingesetzt. Die Trauben werden direkt abgepresst und der Most spontan im 600-Liter Demi-muid vergoren, teilweise dauert die Gärung bis zu vier Monate. Auch der Ausbau findet in den Demi-muids statt. Gefüllt werden die weißen Ermitage bei Chapoutier inzwischen nach elf Monaten, nicht wie früher nach dreizehn. Le Méal ist deutlich charmanter in der Nase als De l’Orée – feiner in der weißen Frucht und in der weißen Blüte. Er hat immer einen riesigen Charme- und Delikatessenfaktor, ist auch üppiger. Maxime Chapoutier vergleicht den Jahrgang 2024 am ehesten mit 2010 in diesem kühlen, sehr fokussiert geradeauslaufenden und in der Jugend etwas unnahbaren Charakter. Die Weine brauchen Zeit, sind aber unglaublich fein und elegant. 2024 ist ein so schickes Jahr, wie eine Turbovariante des kühlen 2021. Wir sind ähnlich fein und saftig in der Aromatik, aber haben durch kleine Erträge mehr Druck und eine gewisse positive Austerität. Es ist in Weiß wie Rot ein tolles Jahr, vor allem im Norden, im Süden sind die Weißen deutlich stärker. Wir sind bei süßen Südfrüchten mit zerstoßenem Kalkstein, auch frische Butter und ein bisschen Rosmarin. Er ist provencaler als L’Ermite und L’Orée, erinnert etwas mehr an Condrieu in seiner Cremigkeit. Der Mund ist dennoch von sehr feinen Salzäderchen durchzogen und wird von viel salziger Mineralität getragen. Zudem probiere ich den Wein über zwei, drei Stunden offen und relativ warm und er legt immer weiter zu, wird immer straffer und dichter im Mund, je mehr Luft er bekommt. Im Grunde ein Gigant wie die anderen beiden, nur weniger mein persönlicher Geschmack in dieser etwas exotischeren und cremigeren Charakteristik. Hochfein ist er dennoch. Zehn Jahre oder länger warten bitte und nicht zu kalt trinken.