2023 ist grandioses Jahr an der Mosel, es hat mehr Druck und Schmelz als 2021, aber mehr Frucht und Saft als 2022. Irgendwo die perfekte Mitte in der größten Harmonie der letzten drei Jahrgänge. Die Spätlese kommt kühl und feinfruchtig aus dem Glas, Quittenbirne, Mirabelle, grüne Mandarine. Durch die extrem filigrane Handschrift von Eva Clüsserath ist diese Spätlese im Grunde das was andere Leute als leichten Kabinett ausgeben würden, das ist auch in diesem Jahr so. Runder als das Kabinett, aber geschmacklich nicht so viel süßer. Die Länge ist in 2023 wirklich beeindruckend, so satt und dicht standen die Spätlesen lange nicht mehr im Mund. Es gab relativ wenig verwendbare Botrytis in der Apotheke, die Spätlese ist daher überwiegend aus ausgelesenem hochreifem Lesegut. Damit bleibt alles total raffiniert, verspielt und so leicht. Ein Traum.