4 kilos: Gallinas y Focas Manto Negro 2022

4 kilos: Gallinas y Focas Manto Negro 2022

BIO

Zum Winzer

Manto Negro 100%
rot, trocken
14,0% Vol.
Trinkreife: 2026–2034
fruchtbetont
seidig & aromatisch
saftig
naturbelassen
Lobenberg: 94/100
Parker: 94/100
Spanien, Mallorca
Allergene: Sulfite,
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Gallinas y Focas Manto Negro 2022

94
/100

Dieser Wein ist mehr als nur Wein. Er ist ein soziales Projekt, hervorgegangen aus der Zusammenarbeit des Weinguts mit Amadip Esment, die sich für Menschen mit geistiger Behinderung engagieren. Die Teilnehmer dieses Projektes sind in bei Entstehung des Weines von der Rebe über den Keller bis hin zu Name und Etikettgestaltung immer mit eingebunden. Der Weinberg ist so gut wie naturbelassen, sogar mit Bodenbewuchs um die Wasserkonkurrenz für die Reben zu erhöhen. In der Nase warme erdige Aromen. Dunkle, kräftige Waldfrüchte mit Brombeere und Himbeere, dazu ein Hauch Pflaume. Kräuter verleihen eine gewisse Feinheit. Im Mund entgegen der Nase, jetzt eher kühle Frucht und frische Kräuter. Feine Tanninstruktur trifft auf belebende Säure. Von der Lippe über die Zungen breitet sich der volle Körper aus und kulminiert am Gaumen. Ein klasse Spannungsbogen. Feingliedriger Abgang, der nie zu bitter wird, eher die Fruchtkomponenten widerspiegelt. Trotz Kraft ein samtiges Tröpfchen, das den Abend nicht überdauern wird.

Jahrgangsbericht

Da ich als zuständiger Weinscout inzwischen einen Teil meiner Jahreszeit in Spanien verbringe, bin ich über Wetter und Klima vor Ort permanent gut im Bilde. Trockenheit, Hitze, wenige guten Regenfälle vor allem in den ersten 4 Monaten. Weil es im Winter wie auch im März April satt Regen gab, war die Basis für den trockenen Sommer perfekt. Und Wärme gab es auch zum Austrieb und auch zur Blüte, sich wie ein roter Faden bis zur Ernte ziehend. Dazu erstaunlich kühle Nächte im Mai, Juni, Juli und August, aber ein eher warmer trockener Spätsommer und Herbst. Die Story der großen Trockenheit wurde mir von jedem Winzer immer wieder erzählt. Und diese Story ist oft baugleich zu Bordeaux, das ja oft die gleiche Wetter- und Klimageschichte wie alle mittleren und östlichen Nordregionen Spaniens über das Jahr hat. Selbst die atlantischen frühen September-Unwetter und Regenmengen in Bordeaux und der Rioja bleiben seit dem Klimawandel oft aus, fast immer kann jetzt im September und Oktober in Ruhe bis zum optimalen Erntezeitpunkt gewartet werden. Die Ernte wurde nach etwas glücklichem kleinen Regen im Juli und August somit teilweise über 6-8 Wochen gestreckt. Die absolute Besonderheit in 2022 war aber auch in Spanien der kontinuierliche Verlauf der Trockenheit und Hitze und die relativ kühlen Nächte über das sommerliche Weinjahr. Die Reben waren 2022 perfekt assimiliert an das Klima. Trotz der Hitze war nichts gekocht, die Laubarbeit und Bodenbearbeitung der Winzer war dem Klima über die Jahre perfekt angepasst, eine perfekte Anpassung der Reben fand statt, war ganz anders als im von plötzlichen Hitzewellen dominierten Schock-Jahr 2003 mit schlecht präparierten Winzern und Weinbergen. Und auch 2022 gibt es, wider Erwarten von uns Laien, trotz oft hoher Alkoholgradationen eine erstaunliche Frische in den Weinen. Tiefe PH-Werte sind die Regel, die Biodynamiker sprechen von den tiefsten je gemessenen Werten. In Zusammenhang mit oft hohen Tanninlevel, hoher Reife, satter samtig seidiger Frucht, hohem Alkohol und zugleich famoser Säure, sprechen viele Winzer vom besten Jahr ihrer Geschichte (Oxer, Artadi und Cuentavinas), und das von der Rioja bis Ribera, vom Priorat bis Bierzo. ALLE Regler nach rechts! Und es gibt 2022 eine grandiose Harmonie und Balance und sensationelle Finesse und Feinheit. Wie in Bordeaux. Nach meiner Verkostung kann ich das durchaus in vielen Fällen bestätigen, obwohl es auch 2021 hochinteressante, oft sogar aufregendere und energiegeladenere Weine und oft sogar präzisere Weine gab. Für mich selbst war, von Einzelfällen abgesehen, 2021 und 2022 bei absolut verschiedenem Charakter eher auf gleicher Höhe, manchmal sogar mit leichtem Vorteil bei 2021. Wer z.B. 2022 bei so viel Feinheit zu viel neues Holz einsetzte oder die Weine zu lange im Holz ließ, konnte die Weine mit ihrer samtigen Seidigkeit auch mal zu »nett«, zu holzlastig und auch manchmal etwas belanglos ausfallen lassen. 2021 hatte klar mehr Druck und Wucht, um neues Holz wegzudrücken. Und wie in Bordeaux gilt auch in Spanien: Die besten Terroirs und alten Reben waren 2022 dramatisch im Vorteil und die Biodynamiker hatten »das Jahr der Jahre«.

94
/100

Parker über: Gallinas y Focas Manto Negro

The wines from their joint venture with the Fundación Esment are also included in this report. The main one, and the initial result of their collaboration, is the 2022 Gallinas y Focas, produced with 100% Mantonegro grapes from old vines in Binissalem. It fermented in a semi-carbonic maceration way with indigenous yeasts and matured in 4,000-liter oak foudre for 12 months and in 500-liter oak barrels for 18 months. Carbonic fermentations are like life insurance in warm years, and 2022 was very warm. In warm years, they also work the soils lightly (in March) and don't work with cover crops. The wine is floral and perfumed, sapid, fine-boned and vibrant, with very good freshness for the conditions of the year. It has good ripeness (Mantonegro is the only grape from Mallorca that can achieve high alcohol), 13.5% alcohol and a pH of 3.85, reflecting the warmer year. It's a triumph over the conditions of the year and going in the direction of the 2021, showing some development. 10,000 bottles produced. It was bottled in December 2025.

Mein Winzer

4 kilos

Im August 2006 gründeten Francesc Grimalt und Sergio Caballero das Weingut 4 kilos auf Mallorca. Von Anfang an wollten sie Weine produzieren, die die Kraft der Traube, aber auch ihre Nuancen reflektieren, aber mit einem anderen Ansatz und anderer Präsentation.

Gallinas y Focas Manto Negro 2022