Martin Tesch und sein Sohn Johannes – der unter anderem bei Loosen und Egon Müller gelernt hat und zunehmend Verantwortung in diesem Riesling-Boutique-Weingut übernimmt – haben sich in den letzten Jahren zu einer festen Größe unter den Underdogs an der Nahe entwickelt. Teschs haben mit 2023 einen solch fantastischen Jahrgang auf die Flasche gebracht, dass wir nicht daran vorbeigehen konnten. Mit 2024 setzt sich die Erfolgsgeschichte fort. Teschs Stil ist stahlig und kristallklar, es ist kein schmusiger Rieslingstil, sondern stets klirrend klar, trocken und mineral. Steinweine für Purismusfreaks auf einem sagenhaften Level für diesen Preis. Auf den Schock der Spätfröste folgte eine recht späte Rebblüte, sowie ein regenreicher, eher kühler Sommer. Erst die August-Sonne brachte dann die Wende und die Reife entsprechend voran. Durchwachsenes Herbstwetter hielt die Winzer und ihre Lesemannschaften auf Trab, sodass viel sorgsames Sortieren notwendig war. Das Ergebnis ist ein faszinierender Jahrgang im Spannungsfeld der Kraft und Stoffigkeit, die das endlich mal wieder ausreichend verfügbare Wasser brachte, und der filigranen Feinnervigkeit des kühlen »slow-summers«. Königsschild ist die emblematische Lag der Gemeinde Langenlonsheim, zieht sich vom Ortskern bis zum Wald hinauf. Ein lockerer, kalkreicher Lössboden mit alten Rebstöcken. Der Königsschild hat eine köstliche Fruchtdichte in 2024, eine duftige Intensität mit gelbem und weißem Pfirsich, grüner Maracuja und Mandarine, Orangenblüte. Schon der Duft ist eine Delikatesse! Im Mund kommt der Kalkstein, zum einen mit seiner dichten Cremigkeit, zum anderen auch mit dem darunterliegenden Salz. Er ist stets einen Ticken cremiger als der Remigiusberg oder der Karthäuser, was ihm einen unvergleichlichen Charme gibt. Mundwässernd, salzig und klirrend klar, wie immer bei Tesch, ist er dennoch. Genialer Stoff von der unteren Nahe, der mit seinem Kalkstein-Charakter ein kleiner Wink mit dem Zaunpfahl in Richtung Rheinhessen ist. Karthäuser und St. Remigiusberg sind in ihrem Mineralausdruck hingegen mehr an die Stahligkeit der mittlere Nahe angelehnt.