Der Rosé Brut wirkt vom ersten Moment an unglaublich fein und präzise. Kein bonbonhafter Frucht-Rosé, kein laut aromatischer Schaumwein, sondern eher kühl, salzig und burgundisch gedacht – aber dabei trotzdem zugänglich, niemals verkopft! Pinot Noir und Chardonnay stammen aus eigens für die Sektherstellung angelegten Anlagen mit Selection-Massale-Material aus der Champagne. Früh gelesen, spontan im Holz vergoren und ergänzt durch Reserveweine aus der seit 2015 aufgebauten Solera. Das Hefelager von etwa 30 Monaten bringt zusätzliche Tiefe und Struktur, ohne den Wein jemals schwer wirken zu lassen. Schon die Nase besitzt eine faszinierende Mischung aus Frische und subtiler Reife. Zerdrückte Walderdbeeren, rote Johannisbeere und Grapefruitschale verbinden sich mit frischer Brioche, gerösteten Mandeln und einem Hauch Blätterteig. Dahinter kommen getrocknete Orangenzeste, feine Gewürznoten und etwas salziger Kalkstein hervor. Mit Luft wirkt der Wein immer kühler und mineralischer, fast ein wenig kreidig. Alles bleibt unglaublich elegant und fein dosiert. Am Gaumen tänzelt der Sekt zunächst fast schwerelos an, baut dann aber erstaunlich viel Druck und Länge auf. Die Perlage ist cremig und gleichzeitig unglaublich lebendig. Die rotbeerige Frucht wirkt herb und präzise, nie süßlich oder verspielt. Dazu kommen Blutorange, Hagebutte und ein leicht rauchiger mineralischer Kern. Der Chardonnay bringt Frische und linearen Zug, während der Pinot Noir für Tiefe und diese ganz feine würzige Wärme sorgt. Besonders schön ist die salzige, fast kalkige Spannung im Nachhall, die dem Wein enorme Trinkigkeit verleiht. Er lebt weniger von Opulenz als von Balance, Energie und Textur. Ein sehr erwachsener, charaktervoller Rosésekt mit burgundischer Anmutung, enorm feiner Mousse und viel mineralischer Spannung. Elegant, animierend und trotzdem ernsthaft. Genau diese Mischung macht ihn so stark.