Der Herzog ist im Grunde schon ein kleines GG qualitativ. Typischer karger Haardtsandstein. Immer sehr weißfruchtig, weißblütig, viel Orangenblüte, etwas Kokosnuss, da schwingt auch die druckvolle Holzunterlegung mit, die feinen Schmelz bringt. Weiße und gelbe Frucht, weißer Pfirsich, etwas gelbe Kiwi auch, Orangenschale, Grapefruit, dezente Maracuja. Der Wein fällt selbst bei Winning ein bisschen aus der Reihe in seiner Art, ist total speziell, unglaublich elegant. Sehr animierende, einnehmende Nase. Wow, man kann sich Minuten nur mit dem Riechen beschäftigen hier. Ein Duftwunder! So viel zart-rauchige Mineralität, dazu Orangenblüte und andere weiße Büten – köstlich! Der Mund ist total elegant, weißfruchtig, unendlich saftig und fein, irgendwo zwischen großem Weißburgunder und ein bisschen Chassagne-Montrachet in der Art. Irre. Auch hier ist der Herzog total anders, ist ein völlig anderer Typ als Deidesheim. Der Mund kracht dann voll auf Grapefruit und Kokosblüten, auch Mandelcreme. Cremig und dicht, enorm fein, auch im Mundgefühl fast ein Burgunder. Saftig und wunderbar schmelzend wie es nur die Pfalz kann und von Winning im Speziellen. Was für ein außergewöhnlicher Wein und selbst in der Range von Winning gewissermaßen ein Grenzgänger in seiner Andersartigkeit. Haardt ist eben nochmal ein anderes Terroir als Forst oder Deidesheim. Kühler auf jeden Fall, Hochlage, aber auch in einem kühlen Jahr total reif und charmant, ultraschick und stylisch. Diese puristische, kristalline Säurespur, die von eleganter, verspielter, weißblütiger Frucht ummantelt ist. Stephan Attmann hat dieses Terroir auf Anhieb richtig gut in die Flasche gebracht. Am Ende einfach nur fein und zart, dennoch saftig und tief. Hat Größe UND Trinkfluss. Das passt schon wunderbar zusammen und ist einfach unglaublich gut.