Schäfer Fröhlich: Grauburgunder S 2024

Schäfer Fröhlich: Grauburgunder S 2024

VDP

Zum Winzer

Grauburgunder 100%
weiß, trocken
13,0% Vol.
Trinkreife: 2026–2040
voll & rund
Lobenberg: 93–94+/100
Deutschland, Nahe
Allergene: Sulfite,
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Grauburgunder S 2024

93–94+
/100

Laut Tim Fröhlich ist 2024 ein Mega-Jahr, fast zu schön, um wahr zu sein. Dort, wo es keine Frostschäden gab, war es so trügerisch gut, sodass man aufpassen musste, sich nicht in zu großer Sicherheit zu wiegen. Perfekte Trauben in Bockenau, nur in Schloßböckelheim gab es herbe Verluste, Felsenberg ist sehr wenig, Kupfergrube ist ein Totalausfall. Der Sommer war moderat, nicht zu heiß, mit genug Regen, dass immer Wasser im Boden war. Da Tim den Pflanzenschutz im Griff hatte, war es im Grunde relativ entspannt über den Sommer, der dann zur Reife hin nochmal etwas abgekühlt ist. Die Lese begann erst Ende September, für Riesling sogar erst Anfang Oktober, also eine eher späte, quasi »normale« Lese. Sehr hoher Arbeitsstunden-Aufwand mit Entblätterung und Pflanzenschutz zur richtigen Zeit, dafür konnten annähernd perfekte Trauben gelesen werden. Tim Fröhlichs Grauburgunder S stammt von selektiv ausgewählten Trauben mit perfekter Gesundheit und voller Reife. Der Wein wächst auf Rotschiefer- und Quarzit-Böden. Immer früh gelesen im typischen Fröhlich-Stil. Aber Tim sagt, dass die Phenolik das Wichtigste ist bei Grauburgunder. Er liest zwar früh, aber nie so früh, dass es karg oder unreif ist. Spontane Vergärung auf 1 Gramm, also knalltrocken, aber trotzdem ist es schmelzig. Vergärung und Ausbau in zwei 500 Liter Tonneaux und hälftig im Edelstahl. Es gab auch etwas Frost und Mengeneinbußen beim Grauburgunder. Tim lässt einen Part des Grauburgunders auf den Schalen mazerieren für ein paar Stunden, den Rest baut er ganz zart und fein aus. Für ihn ist die Balance am Größten, wenn er diese beiden Teile cuvetiert, dann gibt es einerseits viel Finesse und dennoch Rundheit und schöne Grauburgunder-Aromatik. So ein kühler und straffer Jahrgang tut dem Grauburgunder natürlich einen Gefallen, dann bekommt es mehr Grip und Zug. Der Grauburgunder hat eine köstliche Würze, ganz feines Holz, Sommerapfel, Grapefruit, Muskatwürze, Veilchen. Die Salzigkeit vom Vulkangestein kommt durch, das ist schon nicht nur easy drinking, sondern hat schon Zug und Anspruch. Athletisch und frisch ausgelegt, das geht bei anderen Winzern fast als Weißburgunder durch. Tim Fröhlichs Weine sind schon ziemlich hintersinnig und einmalig. Sehr schöner Stoff.

Jahrgangsbericht

Der athletische Jahrgang 2024 begeistert in Deutschland als absolut authentisches Finessewunder. Die Weine bestechen durch kühle, nordisch-straffe Säure, die von reichlich Extrakt ummantelt wird. Das sorgt für einen animierenden, geschmeidigen Trinkfluss voller nuancierter Tiefe bei herrlich moderatem Alkohol.

Mein Winzer

Schäfer Fröhlich

Seit 1800 betreiben Fröhlichs Weinbau an der Nahe. Tim Fröhlich bewirtschaftet zusammen mit seiner Familie das 16 Hektar große Weingut. Die Lagen mit ihren unterschiedlichen Gesteinsböden bilden das Fundament für unverwechselbare, authentische Rieslinge.

Grauburgunder S 2024