Der Forster Jesuitengarten ist nach der knapp 200 Jahre alten bayrischen Bodenklassifikation die zweithöchst-bewertete Lage der gesamten Pfalz, nach dem Kirchenstück und noch vor Pechstein und Ungeheuer. Das typische vulkanische Basaltgestein der Über-Gemeinde Forst ist hier mit dichtem Ton und Sand vermischt. Eine sehr elegante Nase, deutlich weniger auf Frucht gebaut als die Deidesheimer Lagen, eleganter, etwas kühler und zugeknöpfter wirkend, wie das oft mit Forst der Fall ist. Die erste Nase vom 21er Jesuitengarten kommt gar nicht so exotisch daher wie in anderen Jahrgängen. Eher weißfleischig, weißer Pfirsich, puristisch und kühl. Die Kühle zieht sich bis hoch in die Nase hinein. Eine ultrafeine Reduktion schwingt hier auch mit. Nur sehr dezente Rauchigkeit zeigt Anklänge vom Holz. Die Mineralität dominiert, alles wirkt steinig umhüllt, zerstoßener Kalkstein, Muschelschale, etwas salzige Meeresbrise. Der Mund kommt dann rasiermesserscharf, aber zugleich unendlich fein und elegant. Die Säurestruktur ist erhaben und samtig, dennoch taktgeben und lebhaft, zieht sich wie ein elektrisierender Nerv durch den Wein und trägt ihn lange und mittig-geradeaus bis in den zitrisch-kreidig unterlegten Nachhall, der kaum mehr von der Zunge weichen will. Am Gaumen kommt dann auch ganz leicht die helle Ananas durch, die man hier häufig mal hat. Fein und geschliffen. Diese helle, samtige Frucht, die vor ganz feiner Energie nur so strotzt, aber sie auf solch eine subtile Art über den Gaumen ausbreitet wie es kaum eine andere Gemeinde in Deutschland kann. Salz und Austernschale im Finish, kandierte Zitronenschalen, etwas Passionsfrucht, sanfter Druck, präziser Schliff, alles greift in einander. Ein wunderschöner, kristallklarer Riesling aus Forst, der dieses Spannungsfeld von mineralischem Spiel und seidigem Mundgefühl mit entwaffnender Klarheit in sich vereint. 97-99/100