Lobenberg: Heerkretz liegt in Siefersheim, in der Rheinhessischen Schweiz. Der Weinberg kam durch einen Lagentausch mit Wagner-Stempel ins Portfolio. Das ist dahingehend immer nur rund ein Stückfass. Der Heerkretz hat den höchsten Holzanteil aller GGs, circa 40 Prozent. Eine steile Lage, windoffen, eher kühl. Porphyrboden, also vulkanisches Gestein. Die Weine werden hier immer schlanker, stahliger, eleganter, deshalb bekommt er mehr Holzanteil. Die Lage ist von ihrer ganzen Art eher vielleicht sogar eher der Nahe zuzurechnen, die Lese ist hier auch extrem spät für Rheinhessenverhältnisse. Feine Zitrusnoten, milde Amalfizitrone, Limettenzeste, Pfirsich, viel Gesteinsstaub. Die Nase ist ruhig und balanciert, und so ist der Mund. Selbst im strammen Jahr 2021 ist die Säurestruktur zwar vibrierend salzig, aber so fein in den Wein verwoben, dass sie kaum als alleinstehendes Element wahrgenommen wird. Feiner Schmelz, dicht in hellgelber Frucht, auch leicht grünliche, steinige Reflexe darin. Fast eine Dramatik aus dem Grip aufbauend, aber das Finale ist dann wieder nur geschmeidige Steinfrucht mit toller Kräuterfrische. Ein enorm komplexer, enorm packender Riesling. Heerkretz hat zumeist eine sehr lange Reifefähigkeit, bleibt oft lange frisch und behält seine grünlichen Reflexe nicht selten einige Jahre länger als viele andere Lagen in Rheinhessen. 96-97+/100