Prunottos Barolo Trauben kommen hauptsächlich aus den Ortschaften Barolo und Monforte (Bussia, Mosconi, Serra, Cerretta) und Perno (Bricco – das ist die Lage genau gegenüber des einzigartigen Lazzarito direkt am Ortseingang von Serralunga. Sie ist erstaunlicherweise nicht so bekannt, aber ob des Terroirs von großartiger Qualität). Bei Prunotto wird bei vollständiger Reife per Hand gelesen, dann vollständig entrappt und nochmals sorgfältig sortiert. Anquetschen und dann 8-12-tägige, zügige Vergärung bei 28 bis zu 30 Grad, dann folgt der Ausbau im großen Holz aus französischer und slowenischer Eiche zwischen 500 und 3.000 Litern. Malo zügig noch vor Weihnachten. Verbleib im Holz und auf der Feinhefe für 18 Monate, dann Abzug und finaler Blend in große Stahlfässer. Zartes Rubinrot mit einem Hauch Orange. Die Nase ist zum Reinspringen schön – sie strotzt nur so vor verspielter, zarter roter Frucht. Rote Johannisbeeren und süße Erdbeeren auf würzigem Kalkstein harmonieren mit Aromen warmer, gebrannter Erde sowie der für Barolo klassischen, zart rauchigen Teer-Komponente. Fein-duftig mit zarten Kräuteraromen, Minze und getrockneten Blüten. Im Mund ist das ein rot-fruchtiger Geradeausläufer mit Hagebutte, roter Johannisbeere und Sauerkirsche. Die Fruchtklarheit des Jahrgangs 2021 ist »out of this world« und echt fabelhaft puristisch! Vielschichtige Gewürzaromen und erdige Mineralität mischt auch mit. Was für ein wunderbares Mundgefühl! Der Barolo kommt in seiner Feinheit und in seinem Charme nicht ganz an den daneben probierten Barbaresco 2022 heran, dafür hat er mehr Struktur und Druck drauf. Die Tannine sind reif und rund poliert, sie bauen sich nach und nach, bei jedem weiteren Schluck in ihrer Textur, die an nasse Kreide erinnert, auf der Zunge auf. Dieser Barolo hat wie gesagt deutlich mehr Bums und Kraft als der Barbaresco. Zum einen aufgrund des Terroirs, zum anderen mit Sicherheit aufgrund des Jahrgangs. 2021 ist einer der größten Jahrgänge dieses Jahrhunderts, der in einem Atemzug mit 2016 genannt werden kann. Insgesamt hat dieser Barolo eine filigrane burgundische Intensität und Dichte. Sehr balanciert und wunderbar ist er trotz seiner Jugend schon erstaunlich zugänglich. Oberstes Ziel bei Prunotto ist es, Weine zu machen, die sowohl jung Spaß machen als auch einige Jahre im Keller vergessen werden können – das trifft auf diesen Barolo ganz klar zu.