Alte Reben autochthoner Sorten, die auf mit Lehm und Schiefer versetztem Kalkstein wurzeln. Spontan vergoren, überwiegend in 500-Liter-Fässern aus französischer Eiche. Nach rund neun Monaten Hefelager wird unfiltriert abgefüllt. Schon in der Nase ist der Gure Arbasoak eine ganze Spur dichter, kraftvoller und rauchiger als die Basis. Reife Zitrone, Quitte, Williamsbirne, Apfelblüte, Bienenwachs, auch hier wieder dieser deutliche Natural-Touch. Am Gaumen dann mit kreidiger Mineralität und feinziselierter Säurestruktur, Orangenschale, kräutrig, hefig, hat auch ein bisschen was von Salbeibutter. Ein Wein zum kauen mit dieser festen Struktur. Diese enorme Salzigkeit im Abgang erinnert an irgendwas zwischen Savagnin und trockenem Palomino. Sehr spannender, eigenständiger Stoff aus dem Baskenland.
2025 ist ein hervorragendes Jahr in Spanien, wenn auch mit vielen Ertrags Einbrüchen wegen der Trockenheit und vielen lokalen Schwierigkeiten wie Mehltau und Hagel. Ein wärmeres Jahr als das überaus schicke und elegante Jahr 2024, eher im Druck an 2023 erinnernd, aber mit mehr fruchtiger Saftigkeit und weniger Alkohol. Es gab mit über 500 mm in Summe genug Regen im Frühjahr. Das führte vermehrt lokal zu Mehltau (was die Qualität nicht mindert), in einigen Regionen gab es deshalb 50% weniger Menge. Der Sommer war sehr trocken (auch dadurch starke Ertragseinbußen) aber nicht zu heiß, im milderen Spätsommer gab es hier und da hilfreiche Regenfälle. Die Ernte verlief überall ziemlich früh und letztlich perfekt, wenn auch nicht überall homogen. In Summe gab es überwiegend Weine mit hoher Fruchtkonzentration und extremer Aromatik und Ausdrucksstärke bei großartiger Balance und relativ niedrigem Alkohollevel. Viele Winzer berichteten von einer so noch nie erlebten Harmonie und Eleganz. Das alles erinnert sehr an Bordeaux 2025! Das gilt vom Osten bis zum Westen, von Jumilla bis zur Rioja und Bierzo. Die Hochlagen Spaniens oberhalb 600 Metern waren klar im Vorteil, zum Glück haben die allermeisten Weltklasse-Winzer ihre Weinberge zwischen 600 und 1100 Höhenmetern. Nur Galizien profitiert auch in Flachlagen extrem vom atlantischen Klima und Regen. Ricardo Perez aus dem Bierzo (Descendientes Palacio) fasste das Jahr zusammen in einem Wort: »Buenisimo«.