Eine Elfe (oder Engel) im Aufstieg. Das Etikett mit dem weißen Engel in Nonnentracht im bläulichen Morgennebel über den Bergen und einer rosafarbenen Magnolie ist allein schon den Kauf wert. Ein von Oxer selbst als Selektion Massale im gemischten Satz angelegter Weinberg. Immerhin über 50% Tempranillo. Aber winzig, es gibt nur gut 1000 Flaschen. Das ist quasi der Wein aus seinem eigenen Garten in Laguardia auf Kalkstein, größer ist die Fläche um sein Haus einfach nicht. Hier wohnt und schläft und träumt Oxer, inmitten dsieser Reben. Entrappt und dann spontan im Holz vergoren, Ausbau im 600 Liter gebrauchten Holz. Tiefe schwarz-Rubinrote Farbe. Die Nase eher an Ribera del Duero erinnernd, Schwarzbrot, Maulbeere, Estragon, Myrre, Wacholder, süßer, schwerer Tannenhonig. Ungeheure Wucht und fast üppige Schwere im beerigen Mund, Frachten von Salz, Sanddorn, wieder Pumnpernickel, süßes Gewürzbrot mit viel Orangenzesten und süßem Cassis. Oxers Weine faszinieren mich total, gerade weil jeder Wein ein Unikat ist, kein einziger Wein passt klar in eine Zuordnung. Extrem schön und extrem schräg. Ich kenne keinen anderen Winzer auf der Welt, der soviel Freude daran hat so unikathaft unvergleichlich zu sein. Das birgt natürlich auch Risiken, wenn wirklich alles so weit weg ist von jeglichem Mainstram, bei Oxers geringen Stückzahlen und einer treuen Schaar von Jüngern wie mir dürfte das aber letztlich den Weg zum abgehobenen Kunden finden. Wow.