Der Wein setzt sich überwiegend zusammen aus deklassierten Toplagen aus Gemeinden wie Lirac, Rasteau, Séguret und Cairanne. Also Berglagen, Hochlagen, kühle Lagen, die zusammen mit Gigondas und Vinsobres in 2022 wahrscheinlich die interessantesten Lagen vor dem Hintergrund der klimatischen Konditionen waren. Der Wein hat 14,5 Volumenprozent Alkohol. Das ist eines der Preis-Leistungs-Wunder der südlichen Rhône. Ich hätte 2022 in der Nase wuchtiger erwartet. Er ist reif, aber sehr fein, geschliffen, poliert, samtig und seidig. Schicke rote und schwarze Beeren, ohne jemals aggressiv rüberzukommen. Sehr geschmeidig, verspielt und trotzdem intensiv und dicht. Veilchen, Lakritze und florale Noten umwehen die schwarze Kirsche und Holunder. Ein bisschen Orangenabrieb dazu. Der Mund ist extrem geschmeidig – so wunderschön fein und balanciert. In früheren Jahren konnten die Weine hier auch schon mal eindrucksvoll laut sein. 2022 ist leise, super geschmeidig und sehr burgundisch, aber dunkel in der Frucht – der Stil eines Morey-Saint-Denis Village. Hohe Intensität in der Aromatik. Immer mehr Lakritze aufbauend, mit satter Veilchennote, Schwarzkirsche und Holunder, dann kommen auch ein bisschen Cassis und Maulbeere, darunter reiche, sehr dunkle Himbeere. Große Länge mit Salz, Grafit und Minze, auch eine leichte Chilischärfe. Der Wein steht für weit über eine Minute und will gar nicht wieder enden. Die Faust im Samthandschuh. Große Harmonie und Balance in einem großen Wein! Viel zu schade für einen Côtes du Rhône… Er kann ohne Probleme 15, 20 Jahre altern und schlägt viele Rasteau und Gigondas, die Weine aus Séguret sowieso und auch jene aus Cairanne. Aber es handelt sich eben auch um die allerbesten Lagen aus diesen Dörfern. Ich bin schwer beeindruckt. Superber Stoff! 94-95+/100 *** 14,5% Alkohol. 70% Grenache, 20% Syrah, 10% Mourvedre. 50 Jahre alte Reben in Lirac, Rasteau, Seguret, Cairanne, Beaume de Venisse. Nur von besten Terroirs bester und bekannter Winzer. 1/3 nicht entrappt. Spontan vergoren und dann 10 Monate im neuen bis dreijährigem Barrique auf der Hefe verbleibend, danach 8 Monate auf der Feinhefe im großen Stockinger Fuder. Ungeschönt und unfiltriert gefüllt, 44 mm Naturkork.