Lobenberg: Der Kirchweingarten ist DER Zweigelt schlechthin bei Markowitsch. Die Lage ist ein nur leicht abfallender, südwestlich ausgerichteter Hang direkt unter der Kirche von Höflein, rund 180–190 Meter hoch. Der Boden ist deutlich toniger als in vielen anderen Lagen des Carnuntums – und das spürt man sofort: mehr Kernigkeit, mehr Struktur. Das ist ein Zweigelt, der nicht auf Süße und Breite setzt, sondern auf Präzision, Spannung und feine Würze. Die Nase ist intensiv und komplex, zugleich kühl und elegant: Pflaumenkompott trifft auf Sauerkirsche, etwas Brombeere, dazu Wacholder, schwarzer Pfeffer, Tabakblatt, ein Hauch von Schwarztee, getrocknete Kräuter und ein sanfter Holzton. Leicht erdige Nuancen kommen auch dazu. Am Gaumen präsentiert sich der Kirchweingarten kraftvoll, aber seidig, geprägt von seiner engmaschigen Tanninstruktur. Die Frucht ist dunkel, aber nicht opulent: Schwarze Beeren, dunkle Kirsche, unterlegt von herber Schokolade und einem Hauch Graphitmineralität. Die Säure ist vital, klar und pointiert – sie trägt den Wein und formt ihn zu einem der präzisesten Zweigelt des Landes. Der lange Ausbau im gebrauchten 500-Liter-Fass haben Tiefe gebracht, ohne das Holz nach vorne zu stellen. Die salzige, mineralische Linie im Mittelteil erinnert an die kalkigen Unterstrukturen der Lage und sorgt für Zug und Länge. Der Wein endet lang, würzig, leicht tabakig, mit einem frischen, fast pudrigem Tanninfinish. Markowitschs Kirchweingarten beweist, wie ernsthaft, fein und langlebig Zweigelt sein kann. Stark!