Tonerde und Kalkmergel als Untergrund. Katharinas Kirchspiel ist Nachbar der bekannten »GGs« aus dieser Lage. Katharina ist nicht im VDP, daher gibt es formal keine Großen Gewächse. Es ist aber die große Lage aus dem Keller und Wittmann ihre Monumente des Rieslings erzeugen. Das ist Katharinas beste Lage mit den ältesten Reben. Die beste Lage mag in Jahrzehnten irgendwann ihr Morstein werden, aber momentan sind die Reben im Kirchspiel wohl vorne, weil sie älter sind. Mit den Löss-, Ton- und Kalkböden im Kirchspiel ist neben schweren und tiefen Böden vor allem die Kalkkomponente die herausstechende. Alle Erzeuger, die diese Lage bewirtschaften, holen aus dieser Lage ihren feinsten, straightesten Wein heraus. Die Weine werden hier als Ganztraube mit den Füßen getreten, angequetscht, dann bleiben sie ein paar Stunden auf der Maische stehen. Spontangärung. Danach erfolgt die Abpressung und die anschließende, spontane Vergärung im Stahl. Keine Kaltvergärung, sondern eher wärmere. Der Wein verbleibt danach auf der Hefe, ohne Aufrühren. Der Abstich und die Schwefelung erfolgen erst vor der Füllung. Abfüllung gegen Juli /August 2025. Der Wein zeigt, wie es sich für ein Kirchspiel gehört viel weiße und ganz feine gelbe Frucht mit schönem kreidigem Gripp drunter. Von den etwas grünlicheren Trauben aus dem kühleren Sommer kommend, sind die Mostgewichte nicht allzu hoch gegangen. Und dann habe ich diese 2024er im Glas – und merke: da fehlt nichts. Im Gegenteil, der Wein ist satt und druckvoll, reich und fast ein bisschen cremig aus dem dichten Extrakt. Schöne reife Zitrusfrucht, Grapefruit, Amalfizitrone, etwas Zitronengras. Wirklich viel Wein im Mund, aber es ist, kein konzentriertes Monster, sondern ein feinziselierter, geradliniger Rheinhesse. Süßer Kalkstein mit gelbem Pfirsich und Mirabellenfrucht, unglaublich saftig, köstlich, überschwänglich. Ein super Jahr fürs Kirchspiel, eine Delikatesse.