Der weiße “Einstieg” in die Isabel Ferrando-Welt. Der einfache Chateauneuf-du-Pape blanc stammt aus zwei, sehr sonnigen, Hektar im Lieu-dit “Saint Prefert”. Die Hauslage quasi. Isabel möchte mit dieser Cuvée, das gesamte Chateauneuf-du-Pape zum Ausdruck bringen. Der erste Jahrgang der Tochter von Isabel, Guillemette. 65 % Clairette und 35 % Roussanne bilden die Cuvée. Also wird hier ganz stark auf die Frische und die Trinkfreudigkeit gesetzt. Der Roussanne-Anteil bringt Substanz und Komplexität mit. Deshalb die Rebsorten Roussanne, die die Sinnlichkeit der Provence zum Ausdruck bringt und Clairette für die Frische. Diese wachsen auf den so klassischen Galêts und auf tonigen Sandböden. Auch beim Ausbau spielt Isabel mit der Dualität. Der Wein wird zum Teil in Glasballons und Amphoren ausgebaut, um die Frische und Mineralik zu bewahren. Der andere Teil wird in gebrauchten Stockinger-Fudern ausgebaut. Beim Ausbau werden keine Kompromisse gemacht! Um dem Wein Spannung, Volumen und Lagerpotential zu verleihen. Unheimlich klare, mineralische, fast kristalline Nase. Sehr floral mit Akazie, Anis und Fenchelblüten. Dazu die Kraft und Subtilität von Mirabellen und vollreifem Pfirsich. Alles ist glasklar und frisch. Fast schon atypisch für weiße Chateauneufs. Sehr salzig, mineralisch und dabei glasklar. Alles bleibt die zart und tänzelnd. Die aromatische Basis wird durch die Cremigkeit und Kraft der Roussanne gebildet. Kandierte Zitrone, Ananas, Zitronenverveine. Der Jahrgang 2023 war ähnlich warm wie 2022, und trotzdem wirkt dieser wärmer und einladender. Dabei bleibt er typisch Ferrando, ein Monster, komplex, mineralisch und dabei, wie immer, unheimlich charmant. Die subtile Alkoholsüße ist in Harmonie mit dem Extrakt und macht den Wein so unglaublich lang. Nach dem Wein fragt man sich, wie die anderen Kaliber der Domaine wohl schmecken müssen, wenn dieser Chateauneuf-du-Pape schon so abliefert!