Der Wein stammt aus drei Parzellen, davon ist eine bereits fast 90 Jahre alt, die ältesten Reben der Domaine. Der Wein wurde in 2023 komplett in Edelstahl ausgebaut, um maximale Frische zu erhalten. Manchmal bekommt er etwas Holz, aber in diesem Jahr passte es für Chef de Cave Olivier Bailly einfach nicht. Im Gegensatz zum gerade benachbarten Mont de Millieu, der ein bisschen Holzanteil bekommt. Für den Montee de Tonnerre möchte Winemaker Olivier Bailly die maximale Frische und Präzision erhalten. Genialer Schliff und fast scharfe Mineraliät in der Nase, Feuerstein und Kreide. Der Montee de Tonnerre wächst unweit vom Mont de Millieu, allerdings sind sie vom Charakter durchaus sehr unterschiedlich. Wir haben einen strafferen, zupackenderen Montee de Tonnerre im Glas. Er ist steinig und etwas kühler in der Art. Rauchige Mineralität mit Quitte und Birnenmark, darüber feine zitrische Kräuter und etwas Zitronentarte. Aber das Ganze bleibt stets in dieser eher unzugänglichen, steinigen Weise. Er braucht Zeit, sich zu öffnen, die Süße aufkommen zu lassen, die er in seinem sehr konzentrierten Kern durchaus hat. Der Montee de Tonnerre ist eher was für Rieslingtrinker in seiner scharfen Mineralität und dem geschliffenen Geradeauslauf. In seiner Reduktivität braucht der Montee de Tonnerre immer mehr Zeit als die anderen Crus, besser 5 Jahre oder mehr warten, dann geht die Post ab.
Der Jahrgang 2023 präsentiert sich als eine perfekte Symbiose aus Klassik und Moderne. Nach den extremen Hitzejahren der Vergangenheit wirken die 2023er wie ein »tiefes Ausatmen«. Sie sind geprägt von seidiger Textur, cremiger Zugänglichkeit und einer hellen, strahlenden Frucht. Besonders beeindruckend ist die Kombination aus Transparenz für das jeweilige Terroir und einer verführerischen Extraktsüße. 2023 war für die Winzer im Burgund ein Befreiungsschlag in Sachen Quantität. Trotz der großzügigen Erträge fehlt es den Weinen nicht an Konzentration, da hohe Extraktwerte einer Verwässerung entgegenwirkten. Das Wetter war über den Sommer moderat mit ausreichend Niederschlag, bis eine extreme Hitzewelle kurz vor der Lese im September für den finalen Schub an Reife und Dichte sorgte. Während die Weißweine an die Reichhaltigkeit von 2018 erinnern, bewahren sie durch eine feine Säurefrische ihre klassische Brillanz. Es ist ein Jahrgang des puren Genusses, der bereits in seiner Jugend viel Freude bereiten wird und bei den Rotweinen an die reiche Eleganz von 2019 erinnert.