David Moret arbeitet nur mit Schwerkraft, kein Pumpen, alles geht direkt ins Fass. Im Sommer wird dann vom Fass in Inox umgezogen vor der Abfüllung im Winter nach einem Jahr Ausbau. Auch die Abfüllung erfolgt ohne pumpen. Alle Village Lagen bekommen rund 20 Prozent neues Holz. Ungeschönt und unfiltriert. Die Nase ist kühl, steinig, sehr geschliffen und präzise, mit dunkler Mineralik, fast ein bisschen Feuerstein, kommt dieses Jahr dennoch etwas geschmeidiger aus dem Glas. Dicht gewirkte Steinobstfrucht mit dunkler Mineralik und leichter Exotik von Ananas und Grapefruit, gesalzene Mandel und Orangenabrieb. Am Gaumen ebenfalls extrem fein. Nicht ganz der Mineralhammer oder extrem spannungsgeladene Wein, sondern mehr in die Breite gehend und ganz fein und sanft am Gaumen laufend. Spannung hat er, aber vor allem wunderbar ausgewogen und cremig ist er in seiner eleganten Opulenz.
Der Jahrgang 2023 präsentiert sich als eine perfekte Symbiose aus Klassik und Moderne. Nach den extremen Hitzejahren der Vergangenheit wirken die 2023er wie ein »tiefes Ausatmen«. Sie sind geprägt von seidiger Textur, cremiger Zugänglichkeit und einer hellen, strahlenden Frucht. Besonders beeindruckend ist die Kombination aus Transparenz für das jeweilige Terroir und einer verführerischen Extraktsüße. 2023 war für die Winzer im Burgund ein Befreiungsschlag in Sachen Quantität. Trotz der großzügigen Erträge fehlt es den Weinen nicht an Konzentration, da hohe Extraktwerte einer Verwässerung entgegenwirkten. Das Wetter war über den Sommer moderat mit ausreichend Niederschlag, bis eine extreme Hitzewelle kurz vor der Lese im September für den finalen Schub an Reife und Dichte sorgte. Während die Weißweine an die Reichhaltigkeit von 2018 erinnern, bewahren sie durch eine feine Säurefrische ihre klassische Brillanz. Es ist ein Jahrgang des puren Genusses, der bereits in seiner Jugend viel Freude bereiten wird und bei den Rotweinen an die reiche Eleganz von 2019 erinnert.