Die Felsterrasse ist Clemens Buschs Lieblingsparzelle. Ein enorm steiles Stück in der Marienburg, nicht selten fallen von oben größere Gesteinsbrocken in die Lage. Karger, harter Grauschieferboden, weniger verwittert als im Rest des Hangs. Es ist harte Handarbeit hier, aber der Wein strahlt immer Größe aus. Über 70 Jahre alte Reben in Einzelpfahlerziehung. Reine Spontangärung. Der 2022er liegt bei meiner Probe im März 2024 noch immer ohne Schwefel auf der Vollhefe. Die Balance dieses Weines ist makellos, er liegt mit größter Entspanntheit im Glas. Eine Anmutung wie ein großer Puligny-Montrachet, ruhige Spannung, Feuerstein und Rauch, Orangenöl und Kumquat. Im Mund kommt auch eine vibrierende, sehr saftige Mandarine hinzu, alles läuft über Feuerstein, feine Tannine, kraftvoll, tief und cremig. Hochkonzentrierte gelbe Frucht, Mangoschale, Papaya, süße Nektarine. Ein Wein, der seine wahre Größe aus dem konzentrierten Kern erst mit einigen Jahren reife entblättert, aber dann geht hier ein großes Mosel-Feuerwerk los. Das ist ganz großes Kino. In seiner Ruhe und Erhabenheit nahezu unerreicht, da kann nur der Raffes noch mit. Er hat die größere Finesse und etwas mehr mineralischen Feinschliff hintenraus, Raffes mehr hedonistischen Druck.