Der Idig zeigt auch in 2024 wieder einmal wo der Hammer hängt und lässt einen einfach nur sprachlos zurück. So viel innere Tiefe und Kraft ohne jegliches Fett, sondern das alles bei unglaublich schlanken 12% Vol. – das ist einfach nur irre und beinahe kaum zu glauben! Wie immer stammt das GG nur aus dem historischen Kernteil der Lage, die für Pfälzer Verhältnisse relativ steil ist. Ein pures Kalkmassiv mit sehr alten, teilweise wurzelechten Reben, aber auch jüngeren Anlagen. Jedes Teilstück wird separat ausgebaut, nur die besten Parzellen mit altem Rebbestand finden ihren Weg in diesen Wein, der Rest kommt in den Riesling »Aus den Lagen«. Eine Selektion der besten Trauben aus den besten Parzellen und schließlich noch eine Finale Auswahl der drei besten Fässer ergeben diesen Wein. Ein ganz kleiner Anteil Edelstahl ist hier 2024 ebenfalls eingegangen. Als Ganztraube langsam gepresst und spontan vergoren. Anschließender Ausbau im großen Holz. Die Nase strahlt zunächst eine unglaubliche Kühle und Erhabenheit aus, wirkt nicht überbordend oder dramatisch, sondern total geschliffen. Tiefe, kalkige Mineralität. Regennasser Stein, Austernschale, auch ganz zart rauchig wie ein in der Ferne entfachtes Streichholz. Mit etwas Luft enttarnt sich der Idig dann doch und zeigt seine pfälzische DNA durch einen feinen Fruchtdruck. Helles Steinobst, leichte Anklänge von Marille und Quitte, Kumquat, etwas Pomelo. Aber auch hier nichts barockes, nur ganz zart beflügelt von dieser eleganten Frucht. Hinzu kommt eine zarte Kräutrigkeit, etwas Bauernbrotkruste und eine dezente Note von Apfelblüte. Sehr stimmig und geradlinig. Im Mund dann auch total fokussiert und hier wird der Idig seinem Ruf als »Stein-Wein« wieder mehr als gerecht. Ordentlich mineralischer Druck, alles vibriert, dazu diese dramatische Frische, wie ein Gebirgsbach. Es folgt ein Potpourri aus Zitrusfrüchten, das jede einzelne Papille beansprucht: Herb-süße Kumquat und Grapefruit, reife Zitrone, milde Limette. Dann etwas gelber Apfel, wieder leichte Marillenanklänge. Saftig und mit ordentlich Schub geht es unaufhaltsam in eine irre Länge. Wow, so eine Spannung hätte man bei dieser erhabenen Nase jetzt gar nicht erwartet! Feinstes Texturenspiel, immer wieder kommt saftige Frucht hoch, aber über allem steht dieser feste, mineralische Kern. Pure Kraft und ein beeindruckender Grip am Gaumen, was den Idig zu einem ganz großen Wein macht. Und dann 2024, so schlank und doch die Power im Rückgrat. Das ist einzigartig, in der Ausrichtung vielleicht am ehesten noch mit 2016 vergleichbar. Ein klassischer, eleganter, großer Idig – Power und Finesse in absolut perfekter Symbiose.