60 Prozent Merlot, 20 Prozent Cabernet Franc, 15 Prozent Cabernet Sauvignon und fünf Prozent Malbec. 14,5 Volumenprozent Alkohol. Die Ernte begann am 17. September für die Merlot, schon am 28. September war die komplette Lese beendet. Der Ertrag lag bei 28 Hektoliter pro Hektar. Ich probiere den Wein jetzt schon das dritte Mal. Ich habe ihn zwei Mal probiert mit seinem direkten Konkurrenten von fast gleicher Klasse – Vieille Cure. Alle anderen Weine aus Fronsac hatten null Chancen, Vieille Cure und Moulin Haut-Laroque blieben über. Letzterer ist aufgrund seiner etwas größeren Feinheit wahrscheinlich der Sieger. Das ist wirklich ein großer Wein! 2022 ist genauso groß wie 2020, 2019, 2018 und 2016. Nougat, Nutella, extrem viel dunkle Frucht, schwarze Kirsche, Cassis, Maulbeere, Brombeere und ganz viel Veilchen. Hochintensiv, aber auch spannungsgeladen mit roter Frucht und Schlehe, Johannisbeere kommt durch und säurebeladene Himbeere, dazu Salz nebst Kalkstein. Das ist eine unglaublich ätherisch-feine Nase. Der Mund ist eine regelrechte Explosion! Wow, rasiermesserscharf treten Chili, Cranberry und säurebeladene Himbeere in den Mund! Dazu Cassis, viel scharfe, schwarze holländische Lakritze. Immense Massen von Cassis und Brombeere liegen darunter. Alles wird belegt, der ganze Mund ist voll und reich, die Salzfracht läuft die Zunge runter. Der Wein raubt einem fast den Atem ob seiner hohen Intensität. Es ist wirklich eine Frechheit, dass Fronsac gegenüber vielen Nachbarn aus Pomerol und Lalande-Pomerol so günstig ist. La Vieille Cure und vor allem Moulin Haut-Laroque müssten einfach mal das Doppelte kosten, wenn wir nur nach Qualität gehen. Das ist ein grandios schicker Wein mit unendlicher Länge! Der Alkohol ist nicht zu spüren, der Wein ist feingeschliffen und poliert in seinen Tanninen, aber druckvoll und langanhaltend. Ich hätte nicht gedacht, dass ich einen Moulin Haut-Laroque ins Glas bekomme, der die großen Jahre schlagen kann. 2022 kann es – ganz großes Kino! *** Das Weingut liegt auf der Kuppe in Fronsac, in Saillans. In diesem Ort liegen alle Stars des Fronsac. Hier findet man weißen und blauen Lehm sowie Magnesium, alles über purem Kalkstein. Moulin Haut Laroque profitiert von dem durchschnittlichen Rebalter von fast 60 Jahren, mit tiefen Wurzeln, und von dem relativ hohen Lehmanteil im Boden, der die Wasserspeicherung begünstigt. Moulin Haut Laroque wird von Jahr zu Jahr besser. Die Trauben werden komplett entrappt und die Maische im Stahl spontan vergoren. Der Ausbau geschieht im Barrique, 35 Prozent neues Holz.